
(pm – 13.10.26) Stadthagen. Wie Opfer von Straftaten schneller therapeutische Hilfe erhalten können und welche Bedingungen ehrenamtliche Opferhilfe braucht, stand im Mittelpunkt eines Gesprächs der SPD-Bundestagsabgeordneten Marja-Liisa Völlers mit dem Team der Außenstelle Schaumburg des WEISSEN RINGS.
Mit Petra Bergmann, Leiterin der Außenstelle, sowie Axel Bergmann und Ingrid Rabbe-Bielinski sprach Völlers über die Lage von Betroffenen und die Arbeit der Ehrenamtlichen. Nach einer zwischenzeitlichen Vakanz ist die Außenstelle Schaumburg wieder mit einem neuen Team besetzt. Die Helferinnen und Helfer begleiten Menschen, die Opfer von Kriminalität und Gewalt geworden sind.
Therapeutische Hilfe schneller erreichbar machen
Nach Angaben der Gesprächsteilnehmenden sind Therapieplätze knapp; Bewilligungsverfahren seien teilweise aufwändig. Spezialisierte Angebote in der Region seien begrenzt, vorhandene Kapazitäten ausgelastet. Auch mehrfaches Schildern des Erlebten gegenüber unterschiedlichen Stellen könne für Betroffene eine zusätzliche Belastung sein.
Völlers erklärte, therapeutische Unterstützung müsse nach schweren Straftaten möglichst schnell erreichbar sein. Opferschutz ende nicht mit einer Anzeige oder einem Strafverfahren. Die Runde sieht nach der Mitteilung Verbesserungsbedarf bei den Zugängen zu traumatherapeutischer Versorgung und beim Abbau bürokratischer Hürden.
Rahmenbedingungen für das Ehrenamt
Ein weiterer Punkt war die Stärkung des Ehrenamts. Diskutiert wurden unter anderem Freistellungsmöglichkeiten und Bildungsurlaub für Qualifizierungen. Petra Bergmann verwies darauf, dass Opferhilfe Empathie, Belastbarkeit und einen verantwortungsvollen Umgang mit Betroffenen erfordere. Die Vielzahl der Hilfeersuchenden auch im Landkreis Schaumburg habe das kleine Team überrascht; weitere Unterstützung werde benötigt.
Zur Sprache kam außerdem die Nebenklage im Strafverfahren, insbesondere die Frage, unter welchen Voraussetzungen Lebenspartnerinnen und Lebenspartner nebenklageberechtigt sind. Völlers sagte zu, die angesprochenen rechtlichen Fragen in Berlin aufzugreifen.