Humanitäre Hilfe unter schwierigen Bedingungen
Ausstellung „Operation Kurdenhilfe“

Operation Kurdenhilfe 24.05.16 01Bückeburg (mm-24.05.16). Im Hubschraubermuseum ist die Sonderausstellung „Operation Kurdenhilfe“ eröffnet worden, die an den ersten großen humanitären Einsatz der Heeresflieger vor 25 Jahren erinnert. Thomas Mallwitz, der Vorsitzende des Vereins Hubschrauberzentrum, konnte etwa 80 Besucher begrüßen. Ihm war es gelungen, zahlreiche Fotos und Textdokumente für die Ausstellung zusammenzutragen.

Mallwitz erinnerte einleitend an das Geschehen im April 1991, als zwei Millionen Kurden auf der Flucht aus dem Irak in den Osten des Irans und in den Norden der Türkei waren. Die Heeresflieger haben Hilfsgüter in die Lager geflogen und medizinisches Personal befördert.

Operation Kurdenhilfe 24.05.16 02„Mit den Hilfsaktionen der Bundeswehr zum Schutz der Kurden sollte das fürchterliche Leid gemildert werden – die Einsätze sind es wert, auch nach 25 Jahren gewürdigt zu werden“, meinte der SPD-Landtagsabgeordnete Karsten Becker. Die Kurden würden sich nur ungern an die Ereignisse erinnern, aber sicherlich mit Achtung an die Menschen denken, die ihnen geholfen haben.

Operation Kurdenhilfe 24.05.16 03Becker dankte Mallwitz, „der als Pilot große Verantwortung am Gelingen dieser Einsätze trägt und am Zustandekommen der Ausstellung maßgeblich mitgewirkt hat“. Die Ausstellung zeige auf, so der stellvertretende Bürgermeister Horst Schwarze, wie sich das Einsatzgebiet der Heeresflieger dramatisch verändert habe. Während es zu seiner Zeit als Soldat nur einen Feind gegeben habe, würde heute auf der ganze Welt deutsche Hilfe eingefordert.

Operation Kurdenhilfe 24.05.16 04Oberst a.D. Henning Holzhausen und der ehemalige Oberst Arzt a.D. Dr. Stefan Pump schilderten detailliert ihre Erlebnisse von den Einsätzen im April 1991. Das Einsatzgebiet im Iran sollte über Österreich, Griechenland und die Türkei erreicht werden. Doch Österreich hatte die Überfluggenehmigung verweigert! So wurde über die Variante „Balkan“ nachgedacht. Tatsächlich haben etwa vier Wochen nach der Auflösung des Warschauer Pakts alle angeschriebenen Staaten wie CSSR, Jugoslawien, Ungarn, Rumänien und Bulgarien eine Genehmigung erteilt. „Wir glaubten, mit der Geschichte zu fliegen“, meinte Henning Holzhausen.

Operation Kurdenhilfe 24.05.16 05Es wurde deutlich, dass die humanitäre Hilfe unter schwierigen Bedingungen stattgefunden hat. Da war zum einen das Elend in den Flüchtlingslagern, ohne Wasser in einem wüstenähnlichen Gebiet, und zum anderen die eigene Situation in einem orientalischen Land. Hoch waren die Anforderungen an die Piloten im Iran mit der Gebirgsfliegerei.

Operation Kurdenhilfe 24.05.16 06Die Heeresflieger hatten als Vorbereitung eine Checkliste für den Iran erhalten. „Keine einheimischen Frauen ansprechen“, „man gibt Frauen zur Begrüßung nicht die Hand“, „mit Freundlichkeit erreicht man fast alles“, „kein Toilettenpapier bei iranischen Toiletten (Loch im Boden)“, heißt es dort auszugsweise.

Operation Kurdenhilfe 24.05.16 07Im heimatlichen Münster wurden, so Holzhausen, zwischenzeitlich Straßenkarten vom Iran, Irak und der Türkei in einer Bücherei entdeckt, die sofort sichergestellt wurden. Im Nato-Land Türkei habe man sich noch ausgekannt. In der Metropole Teheran habe es chaotische Verkehrsverhältnisse gegeben: Männer auf Eseln und auf Mopeds, Frauen und Mädchen zu Fuß, zwei Schritte hinter den Männern. Die Heeresflieger haben Hilfsgüter transportiert, medizinisches Personal befördert, Kranke und Verletzte evakuiert – und Leben gerettet!

Die Ausstellung im Hubschraubermuseum ist täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

 

Foto 1: Henning Holzhausen berichtet über die Hilfsaktion im Jahr 1991.

Foto 2 – Foto 7: Aus der Ausstellung „Operation Kurdenhilfe“

Kurz-URL: https://www.bueckeburg-lokal.de/?p=24899

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