„Kreisel nicht förderfähig“
Schulwegsicherheit mit anderen Mitteln zu erreichen

Helpsen (mm-11.02.19). Bürgermeister Manfred Kesselring hatte die Einwohner zu einer öffentlichen Informationsveranstaltung ins Dorfgemeinschaftshaus „Sportpark Südhorsten“ eingeladen, um von den Fachleuten Uta Weiner-Kohl, Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Hameln, und Matthias Dornbusch, Kreisstraßenmanagement beim Landkreis Schaumburg, Aktuelles zu den Themen „Radwegebau – Kreisel und Fahrradschutzstreifen im Bereich der Ortsdurchfahrt Südhorsten/Hauptstraße (K 18) zu erfahren.

Aufgrund einer Verkehrsbelastung von etwa 2.500 Fahrzeugen am Tag kann es nach den Worten von Uta Weiner-Kohl nur ein „Mischverkehr“ mit Radfahrern auf der Straße geben. Schutzstreifen für den Radverkehr erteilte die Fachbereichsleiterin eine Absage, weil dafür gemäß einer Richtlinie eine Mindestbreite der Fahrbahn von 7,00 Metern erforderlich ist, aber eine nutzbare Fahrbahnbreite von 6,60 Metern nur vorhanden ist. Schutzstreifen hätten zudem den Nachteil, dass sie „grundsätzlich die Anordnung eines absoluten Halteverbotes“ erfordern.

Einen Kreisel an der Kreuzung K 17 / K 18 (Dorfstraße / Hauptstraße / Birkenallee) bezeichnete Weiner-Kohl als „nicht förderfähig“. Bei etwa 2.600 Fahrzeugen pro Tag auf der K 18 sei die Straße „schwach belastet“ und der Verkehr „problemlos zu bewältigen“. Es sei ein „übersichtlicher“ Knotenpunkt. Weiner-Kohl räumte ein, dass ein Kreisel durchaus Vorteile bieten kann, dies aber nicht die hohen Investitionskosten von „vorsichtig geschätzten 350.000 Euro“ rechtfertigen, die je nach Ausstattung des Kreisels durchaus auch „450.000 bis 500.000 Euro betragen können – also nicht wirtschaftlich“ sind. Auch eine Signalanlage sei nicht erforderlich.

Uta Weiner-Kohl bringt als erste Alternative eine Mittelinsel am Ortseingang mit einseitiger Verschwenkung ins Spiel, um den Verkehr zu bremsen. Die Kosten beziffert sie auf etwa 150.000 Euro plus Kosten für den erforderlichen Landerwerb. Eine Förderfähigkeit wäre „voraussichtlich nicht gegeben“, weil Maßnahmen zur Dämpfung der Geschwindigkeit „grundsätzlich nicht finanziert“ werden.

Eine Förderfähigkeit könnte dagegen in Verbindung mit dem Gehwegbau für eine Querungshilfe nach der Kreuzung mittig zwischen den beiden Bushaltestellen gegeben sein. Matthias Dornbusch verdeutlichte, dass der Landkreis nur Maßnahmen umsetzt, die förderfähig sind. „Die Gemeinde kann natürlich auf ihre Kosten bauen“.

Die CDU-Fraktionsvorsitzende Martina Lohmann hält eine Querungshilfe nicht für umsetzbar. „Zu wenig Platz, die Bushaltestellen und eine Hofausfahrt, die nicht zugebaut werden kann“, zeigte sie die Defizite auf. Dafür will sie kein Geld ausgeben.

Mit Hinweis auf ein Verkehrsgutachten zweifelt Lohmann die genannten Zahlen an und spricht von 2.400 – 3.000 Fahrzeugen auf der K 18 zuzüglich etwa 1.500 Fahrzeugen, die von Gelldorf aus hereinfahren und kommt so in der Summe auf rund 4.500 Fahrzeuge. Während Dornbusch „keinen Unfallschwerpunkt“ sieht, verweist Lohmann auf die Schulwegsicherheit.

Die Bushaltestellen würden, so Lohmann, von Kindern ab der 1. Klasse genutzt, die keine Möglichkeit hätten, die K 18 zu kreuzen. Die CDU-Fraktionsvorsitzende sieht nach wie vor „keine Alternative zu einem Kreisel“. Lohmann sorgt dann für einen „Knaller“, als sie von einem Telefongespräch mit einer Mitarbeiterin im Verkehrsministerium berichtet, die eine „Förderfähigkeit des Kreisels bejaht hat, weil dort ein Schulweg ist und es keine Querungshilfe gibt.“

Dornbusch will das „hinterfragen“, weil er eine Mail derselben Ministerin mit gegensätzlichem Inhalt vorlegen kann. Weiner-Kohl sieht „keine Verknüpfung zwischen Kreisel und Schulweg“, weil es für die Schulwegsicherung andere Möglichkeiten gibt. „Das ist für mich definitiv vom Tisch“, legte sich die SPD-Fraktionsvorsitzende Kerstin Reichau fest. Ratsherr Friedrich Deventer (Grüne) fordert den Rat auf zu überprüfen, ob es sich lohnt, die Planung weiter zu betreiben. Mit Hinweis auf den Haushalt 2019 könne sich die Gemeinde den Bau eines Kreisels nicht leisten.

Foto 1: Uta Weiner-Kohl: „Der Kreisel ist nicht förderfähig“.

Foto 2: Martina Lohmann: „Es gibt keine Alternative zum Kreisel“.

Foto 3: Matthias Dornbusch: „Die Gemeinde kann natürlich auf eigene Kosten bauen“.

Foto 4: Hat sich für eine öffentliche Informationsveranstaltung eingesetzt: Bürgermeister Manfred Kesselring

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