Ehrenamt sollte nicht überstrapaziert werden:
Versammlung DVMB-Landesverband

DSC_0928Bückeburg (mm-28.03.15). Rüdiger Schmidt aus Luhden, seit zehn Jahren Vorsitzender des Landesverbandes Niedersachsen in der Deutschen Vereinigung Morbus Bechterew (DVMB), konnte über 130 Personen zur Mitglieder- und Delegiertenversammlung im Hubschraubermuseum begrüßen, darunter auch Horst Schwarze, stellvertretender Bürgermeister von Bückeburg, und Dr. Inge Ehlebracht-König, Ärztliche Direktorin im Rehazentrum der DRV Bad Eilsen und zugleich Präsidentin der Rheuma-Liga.

Der Vorsitzende freute sich zwar über die große Beteiligung an der Versammlung, wies aber zugleich auf sinkende Mitgliederzahlen hin. Zudem seien immer weniger Personen bereit, sich ehrenamtlich in die Selbsthilfe einzubringen. In der „kleinen und großen Politik“ werde das Ehrenamt zwar hochgehalten, aber bei Problemen vor Ort werde es eng und gebe es keine Lösungen.

DSC_0931Die Probleme mit der Bürokratie nehmen nach den Worten von Rüdiger Schmidt ständig zu. So würden die Krankenkassen mit ihrem neuen Abrechnungssystem viel Arbeit verursachen. „Das Ehrenamt sollte nicht überstrapaziert werden“, forderte Schmidt. Umstrukturierungen müssten noch vorgenommen werden, um moderner zu werden. So seien neben Reha-Sport und Funktionstraining eine Menge an zusätzlichen Aufgaben zu erledigen.

Horst Schwarze räumte ein, von der Krankheit Morbus Bechterew und dem vor 26 Jahren gegründeten Landesverband zuvor nichts gehört zu haben. Mit Hilfe des Internets wisse er nun, dass die Bechterewsche Erkrankung ein chronisches Leiden ist, das die Betroffenen lebenslang vor Problemen stellt. Für die Erkrankten sei der Zusammenschluss zur Selbsthilfeorganisation hilfreich gewesen. Im Jahr 2015 gehörten dem Landesverband Niedersachsen über 2.000 Mitglieder an. „Ich habe höchsten Respekt vor Ihrer ehrenamtlichen Arbeit“, so Schwarze.

Dr. Inge Ehlebracht-König erinnerte an die langjährige Kooperation und einvernehmliche Zusammenarbeit der Rheuma-Liga mit der DVMB, so beim Funktionstraining und beim Reha-Sport. Man stehe vor den gleichen Problemen, immer mehr Vorgaben, Dokumentationspflichten, neue Abrechnungssysteme und Verwaltungsaufwand. In der Folge kämen Gespräche mit den zu Betreuenden zu kurz.

DSC_0937In den Bereichen „Schmerzbewältigung“ und „Sozialberatung“ gebe es auch zukünftig genügend Ansätze für eine Zusammenarbeit. Aus der Sicht des Rehazentrums erwähnte Ehlebracht-König die ehrenamtliche Arbeit der DVMB bei den regelmäßigen Seminaren mit Therapeuten, den mit großen Erfolg durchgeführten Patientenschulungen und zuletzt die Teilnahme am Tag der Ernährung, gemeinsam mit der Rheuma-Liga.

Beermann 1Der Bundestagsabgeordnete Maik Beermann griff in seinem Grußwort das Stichwort Bürokratie und die Probleme im Ehrenamt auf und sprach auch das Thema „Elektronische Krankenkarte“ an. Schmidt stellte der Versammlung den Arbeitsmediziner Dr. Rolf Melms aus Bückeburg vor, der dem DVMB-Landesverband zukünftig als Berater zur Verfügung stehen wird.

Mit der Ehrennadel des Landesverbandes wurden ausgezeichnet: Dr. Erwin Meyer (Rinteln), Hans Wiethe (Hannover), Albrecht Schmidt (Goslar), Christiane Strobel (Hannover-Mitte), Armin Griepentrog (Laatzen) und Elisabeth Schmelz (Zeven). Ein Referat zum Thema „Osteoporose“ hat Dr. Christoph Terkamp, Facharzt für Innere Medizin und Endokrinologie von der Medizinischen Hochschule Hannover, gehalten.

Foto 1: Rüdiger Schmidt: „Es gibt immer mehr Probleme mit der Bürokratie“.

Foto 2: Dr. Inge Ehlebracht-König

Foto 3: Ehrung langjähriger Mitglieder

Foto 4: Rüdiger Schmidt (r.) dankt Maik Beermann für sein Grußwort.

 

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