„Der Tod gibt den Kranken die Würde zurück“
Gründung Ambulanter Hospizdienst Schaumburg

Bückeburg (sc-13.04.2018) „Aus zwei mach eins“ lautete die Einladung zur Gründungsfeier des Ambulanten Hospizdienstes in Bückeburg. Seit April 2018 sind die Hospizgruppen Bückeburg und Stadthagen nunmehr vereint. Günter Hartung vom Leitungskreis des Diakonischen Werkes stellte in seiner Ansprache klar, dass alles ökumenisch sei und somit jedem zugänglich ist. „Wir vom Diakonischen Werk verleugnen nicht, woher wir kommen, aber bei uns steht der Mensch im Vordergrund, nicht die Konfession“, so Hartung.

Auch Landesbischof Dr. Karl-Hinrich Manzke fand einfühlsame Worte zur Neugründung. Er sehe es als eine schöne Pflicht, die Geduld der Tugend zu loben. Das Hospiz entstand aus einer örtlichen Bewegung und sein Dank galt allen, die die Geduld aufgebracht haben, dass das Hospiz gegründet werden konnte. Die Landeskirche sei in Vorleistung getreten und werde auch weiterhin die Aus- und Fortbildung unterstützen. Und er brachte auf den Punkt, was die Arbeit der Mitarbeiter ausmacht: „Jeder, der Sterbende begleitet, weiß, dass jedes Gespräch auch einen selbst bereichert.“

Reinhard Koller sprach für den Vorstand des Diakonischen Werkes und berichtete von einer ähnlichen Einrichtung, die den Namen „Pusteblume“ trägt. „Zum einen steht die Löwenzahnblüte für die Loslösung des Menschen vom Leben, zum anderen verkörpern die fliegenden Samenkörner das, was der Hospizdienst in die Gesellschaft tragen will: eine neue Kultur des Abschiednehmens und des menschenwürdigen Sterbens.

Eine Kultur, die das Leben und mit ihm sein Vergehen und ständiges Neu-Beginnen bewusst bejaht“, so die Erklärung dazu. Koller sagte, dass man Erwartungen an den Staat haben kann, aber es benötigt trotzdem das eigene Engagement. So wünschte er allen Mitarbeitern viel Kraft und Geduld und dass man einen ähnlich schönen Namen für die Hospizgruppe finden möge.

Christine Göbel von der Hospizgruppe Stadthagen dankte besonders der Landeskirche für die große Unterstützung und dass dieser Dienst endlich hauptamtlich durchgeführt werden kann. Das Hauptamtliche habe auch einen großen Stellenwert in der Außenwirkung, so Göbel. Gisela Vogt von der Hospizgruppe Bückeburg berichtete im Gespräch mit „Bückeburg-Lokal“ über die Grundlagen der Ausbildung zum ehrenamtlichen Hospizhelfer. Die Dauer beträgt ein Jahr, aufgeteilt in zehn Abende (Stadthagen) oder sieben ganztägige Samstage (Bückeburg) als ersten Block. Daran schließt sich eine achtwöchige Hospitation in einer stationären Einrichtung an.

Bei dem Abschlusswochenende wird nochmals alles besprochen, jederzeit hat der Mitarbeiter die Möglichkeit, seine Entscheidung zu ändern. Während der Ausbildung gibt es Vorträge verschiedener Referenten: Palliativ-Ärzte, Notare (Thema Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht), Seelsorger, sowie den Besuch eines stationären Hospizes und eines Bestatters. Auch Rituale und die spirituelle Begleitung sind wichtige Punkte.

Zudem haben die Mitarbeiter immer die Möglichkeit, sich bei Problemen oder Fragen an die Koordinatorin Karin Schulz zu wenden. Die Sterbebegleitung löst oft bei einem selbst alte Gefühle aus, die dann aufgearbeitet werden können. Denn hier arbeiten Menschen, und auch eine Sterbebegleitung darf trauern. Vogt berichtete, dass sie die Sterbenden auf dem letzten Weg begleiten und alles versuchen, um dem Menschen diesen Schritt zu erleichtern und die Ängste und Sorgen zu nehmen.

Auch für die Angehörigen sind sie jederzeit da. Sie helfen, unterstützen und trösten und nehmen somit auch den Sterbenden die Sorge, was aus den Angehörigen wird, wenn er oder sie nicht mehr da ist. „Der Tod hat eine unheimliche Macht und Ausstrahlung“, so Vogt. Und der Sterbende spüre, wann der Moment gekommen sei. Niemand soll den letzten Weg allein gehen müssen und auch für die Angehörigen ist es Trost und Hilfe.

Wenn auch Sie eine Sterbebegleitung wünschen oder als Angehörige Rat und Hilfe suchen, dann wenden Sie sich telefonisch unter 0176-15722994 an den Ambulanten Hospizdienst in Schaumburg. Dass, was alle Begleiter ausstrahlen, ist Wärme, Ruhe und das Gefühl, dort ist man gut aufgehoben und nicht allein mit seiner Trauer. Danke allen Mitarbeitern für ihre wichtige und geduldige Begleitung.

Foto 1: Gründungsfeier des neuen Ambulanten Hospizdienstes Schaumburg

Foto 2: Christine Göbel von der Hospizgruppe Stadthagen (v.re.), Karin Schulz als Koordinatorin und Gisela Vogt von der Hospizgruppe Bückeburg

 

 

Kurz-URL: http://www.bueckeburg-lokal.de/?p=38462

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