„Wir wollen es blühend haben“
Landkreis hat Bedenken gegen Anlegen von Blühwiesen

Helpsen (mm-12.08.21). Der Gemeinderat hatte während einer Sitzung im September 2020 bereits beschlossen, drei gemeindeeigene Flächen zur Anlegung von Blühwiesen vorzusehen. Es hat danach eine gemeinsame Begehung und Besichtigung der Flächen mit dem Naturschutzamt des Landkreises Schaumburg gegeben.

Gemeindedirektor Ditmar Köritz berichtete nun in einer Sitzung des Umwelt- und Bauausschusses von einem Schreiben vom 15. Juli 2021, mit dem der Landkreis mitteilt, „dass die Umwandlung von Dauergrünland in Blühwiesen kritisch beurteilt wird, weil u.a. große Mengen Kohlenstoff durch das Dauergrünland gebunden sind, die bei einem Umbruch größtenteils als klimaschädliches Kohlendioxid freigesetzt würden.“

Das Naturschutzamt schlägt dagegen vor, für alle drei Flächen eine weitere Extensivierung zu entwickeln und dabei z.B. Mahdzeitpunkte festzulegen, die Anzahl der Mahdtermine zu begrenzen, dem Verzicht auf Düngung und Pflanzenschutzmittel den Vorrang zu geben, einen Verzicht auf Schlegeln der Flächen und Abfuhr des Mahdgutes festzulegen. Als Alternativen zu Grünlandflächen werden für eine Umwandlung zu Blühwiesen vom Naturschutzamt u.a. landwirtschaftlich genutzte Flächen genannt. Das sei, so Köritz, aus ökologischer Sicht besser.

Ich kann das nicht verstehen, dass Ackerflächen in Blühwiesen umgewandelt werden sollen, wo wir es in Deutschland nicht schaffen, die Nahrungsmittel zu produzieren, die verbraucht werden“, gab es Widerspruch von Martina Lohmann (CDU).

Der Ausschuss hat die fachliche Einschätzung des Naturschutzamtes zur Kenntnis genommen und die Verwaltung beauftrgt, mit den Pächtern der Flächen Extensivierungsmaßnahmen zu vereinbaren. Zudem soll die Verwaltung mit potenziellen Verkäufern von Ackerlandflächen in der Gemeinde Helpsen Kaufvertragsverhandlungen vorbereiten.

Mit dem Ziel, den Arbeitsaufwand für die Bauhofmitarbeiter zu minimieren, hatte der Ausschuss in seiner letzten Sitzung auch vorgeschlagen, in ausgewählten Straßenzügen eine Umgestaltung von Beeten vorzunehmen. Es sollen pflegeleichte Bodendecker verwendet werden, die zweimal jährlich zurückgeschnitten werden müssen.

Die Biologin Eva von Löbbecke hatte in der Zwischenzeit der Gemeinde eine Liste mit etwa zehn Pflanzenarten vorgeschlagen. Kriterien für eine Auswahl sollten sein: „insektenfreundlich, attraktive, schöne Blühfarben, Blühzeit von Frühjahr bis Herbst und pflegeleicht“.

Gemeindedirektor Ditmar Köritz hat an Kosten für Kauf der etwa 3.650 benötigten Pflanzen und den Arbeitslohn für eine Fremdfirma rund 20.000 bis 25.000 Euro ermittelt. „Das können wir uns finanziell nicht alles auf einmal leisten, dennoch sollten wir die Maßnahme in Angriff nehmen und darauf achten, dass die Beete nicht überall gleich aussehen“, meinte Bürgermeister Manfred Kesselring.

Der Ausschuss war sich einig, dass eine Arbeitsgruppe mit Eva von Löbbecke die Verwaltung berät, ein fester Betrag im Jahr als Budget für diese Maßnahme eingeplant wird, der später noch festgelegt wird. „Wir wollen es blühend haben“, gab von Löbbecke die Zielrichtung vor.

Die Mitglieder des Umwelt- und Bauausschusses haben einstimmig dem Rat empfohlen, eine einmalige Grundpflege von insgesamt 38 Beeten an der Schachtstraße, Teichstraße, Rosenweg, Ginsterweg und Bahnhofstraße zum Preis von rund 2.000 Euro brutto durch eine heimische Firma durchführen zu lassen.

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