Wie kann Hannover 96 es in der Saison 2021/2022 wieder nach oben schaffen?

Mit einem enttäuschenden 13. Tabellenplatz hat sich Hannover 96 in der 2. Bundesliga in die Sommerpause verabschiedet. Dabei hatte die vergangene Saison so vielversprechend gestartet. Nach einem 3:2-Sieg gegen die Würzburger Kickers in der ersten Runde des DFB-Pokals im September legten die Hannoveraner im Auftaktspiel der 2. Liga noch eins obendrauf und gingen mit einem klaren 2:0 als Sieger vom Platz.

Das beschied ihnen den dritten Tabellenplatz, den sie für mehrere Wochen halten konnten. Aber auch danach sah es weiter hoffnungsvoll für den Club aus, der sich selbst nach mehreren erfolglosen Partien mit viel Energie und ungebrochenem Siegeswillen diverse Male von der zweiten Tabellenhälfte auf den sechsten Platz vorschieben konnte.

Zu verdanken hat Hannover 96 das unter anderem Mittelstürmer Marvin Ducksch. Der 27 Jahre alte Kicker, der seit 2019 in Hannover spielt und dort noch bis zum Sommer 2022 unter Vertrag steht, war mit 16 Treffern die Nummer drei auf der Torjägerliste der 2. Bundesliga.

Sieben Vorlagen gingen ebenfalls auf sein spielerisches Konto. Fünfmal wurde er zum besten Spieler des Matchs erklärt. Diese Statistiken sind nicht nur für die Profi-Spieler nützlich, aber werden auch vor oder während eines Spiels von Tippern genutzt, um Wetten zu platzieren.

Die Trainer richten unter anderem danach ihre Aufstellungen aus. Vor dem Öffnen der Transferfenster werden zudem unter anderem unter Einbeziehung dieser Daten Wunschlisten aufgestellt, was Einkäufe angeht, und andere Spieler auf die potenzielle Verkaufsliste gesetzt.

Schon jetzt ist die Gerüchteküche am Brodeln, obwohl das Transferfenster sich erst am 1. Juli öffnet. Hannover 96 treu bleibt Michael Ratajzak. Obwohl seine aktive Karriere beendet ist, wird er künftig unter dem neuen Cheftrainer Jan Zimmermann für das Torwarttraining zuständig sein.

Als Profispieler hat er reichlich Erfahrung mit dem wechselvollen Schicksal von Traditionsclubs. Sieben Aufstiege von der 2. in die 1. Bundesliga hat er unter anderem mit der Fortuna Düsseldorf und dem SC Paderborn hinter sich. Jetzt will er das von der Trainerbank aus mit den Roten schaffen.

Verzichten muss Hannover dabei auf die Dienste von Genki Haraguchi, der ablösefrei zu Union Berlin wechselt. Mit neun Toren und sieben Vorlagen war der Mittelfeldspieler Hannovers zweitbester Torjäger und ein Stammspieler, den die Fans nur ungern gehen sehen. Die Leihverträge von Kingsley Schindler und Jaka Bijol laufen beide aus und werden nicht verlängert, und auch Innenverteidiger Josip Elez verlässt den Verein.

Um die Lücken zu füllen, sucht Hannover 96 vor allem nach ablösefreien Spielern, die die klammen Kassen nicht Millionensummer allein für den Transfer kosten. Sebastian Ernst vom Aufsteiger Greuther Fürth und Sebastian Stolze von Jahn Regensburg hat der Club sich bereits gesichert, und auch Sebastian Kerk vom VfL Osnabrück soll am Wechsel zu den Roten interessiert sein. Ebenfalls im Gespräch ist der ablösefreie Julian Börner, der derzeit noch in England beim FC Sheffield unter Vertrag steht.

Weit oben auf der Wunschliste der Hannoveraner soll der ehemalige U20-Nationalspieler Lukas Mühl vom FC Nürnberg stehen. Der erst 24 Jahre alte Kicker hat in fünf Profijahren unter anderen 31 Einsätze in der 1. Bundesliga hinter sich, wo die Fans die Roten gern wieder sehen würden.

Allerdings ist die 2. Bundesliga in der neuen Saison so stark wie selten. Nachdem der Überraschungsaufsteiger Greuther Fürth und der VfL Bochum sich ins Oberhaus verabschiedet haben, kommen stattdessen die Schwergewichte Werder Bremen und Schalke 04 neu in der Zweitklassigkeit hinzu. Holstein Kiel hat den Aufstieg knapp verfehlt und ist in der Relegation am 1. FC Köln gescheitert.

Damit wird die 2. Bundesliga so spannend wie nie, was sich auch an der Zuschauerzahl bei den großen Derbys zwischen Hannover und den neu abgestiegenen Traditionsclubs sowie dem HSV und Fortuna Düsseldorf bemerkbar machen dürfte.

Aber zu dem Interesse der Fans, von denen allein für Schalke und Bremen erfahrungsgemäß zwischen 4000 und 8000 Anhänger zu Auswärtsspielen anreisen, kommt der gestiegene Druck auf dem Spielfeld. Die Neuabsteiger gehören historisch gesehen genau wie der HSV zu den Leistungsträgern in der Bundesliga, und den Aufenthalt in der Zweitklassigkeit wollen sie so schnell wie möglich beenden. Das bedeutet für die anderen Hoffnungsvollen, wie Hannover 96, dass sie in der kommenden Saison eine besonders harte Nuss zu knacken haben.

Dass die Roten allemal das Zeug dazu besitzen, haben sie in der Vergangenheit bereits mehrfach bewiesen. Nach zehn Jahren in der Erstklassigkeit stieg der Club 1973/1974 erstmals in der Vereinsgeschichte ab. Bereits ein Jahr später gelang der Wiederaufstieg. In den zwei Spielzeiten darauf wiederholte sich das Schema. Anschließend verbrachte Hannover 96 acht Jahre in der 2. Bundesliga, ehe es wieder für ein Jahr nach oben ging. Besonders bitter wurde es dann 1995/1996, als sie sich für zwei Jahre in die Drittklassigkeit verabschieden mussten.

Ihren Kampfgeist hat das jedoch nie beeinträchtigt, und sowohl der Verein unter dem neuen Trainer als auch die Fans sind guter Hoffnung, dass es in absehbarer Zeit zurück in die Erstklassigkeit geht. Seit 2019/2020 sind sie diesmal in der 2. Bundesliga dabei, die sich immer mehr zu einer Arena von Spitzenvereinen entwickelt.

Wenn am 13. August der Anpfiff für das Auftaktspiel fällt, wollen Zimmermann und seine Mannen gerüstet sein für eine erstklassige Saison, selbst in der 2. Bundesliga.

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