Völlers im Gespräch mit Hebammen:
Hohe Arbeitsbelastung durch Fachkräftemangel und geringe Vergütung

Landkreis (mm-10.04.21). Die heimische SPD-Bundestagsabgeordnete Marja-Liisa Völlers lud die Berichterstatterin für Gesundheitsfachberufe der SPD-Bundestagsfraktion Bettina Müller für ein digitales Gespräch mit Hebammen aus dem Landkreis Schaumburg (Foto) ein. Es ging um das Hebammenreformgesetz, die erschwerten Arbeitsumstände während der Corona-Pandemie sowie die große Herausforderung durch den Fachkräftemangel im Hebammenberuf.

Die Hebammen berichteten über ihre Herausforderungen aufgrund der Corona-Maßnahmen. Neben finanziellen Engpässen in der Freiberuflichkeit haben die Hebammen weitere Schwierigkeiten in ihrer Arbeit. Zum einen werden sie nicht von den zuständigen Behörden, wie den Gesundheitsämtern, über Impfungen und Vorsichtsmaßnahmen informiert.

Und zum anderen haben sie im Laufe der Pandemie so gut wie keine Unterstützung bei den Corona-Maßnahmen erhalten. Unter anderem deshalb war es den freiberuflichen Hebammen fast unmöglich, die Patientinnen adäquat zu betreuen, da sie diese nicht treffen konnten.

Die größten Herausforderungen sind der Fachkräftemangel, die dadurch entstehende hohe Arbeitsbelastung und die geringe Vergütung. Der Fachkräftemangel liegt vor allem daran, dass junge Hebammen unter den schlechten Arbeitsbedingungen in den Kreißsälen nicht arbeiten wollen.

Die Hebammenarbeit hat heutzutage wenig damit zu tun hat, was in der Theorie gelernt wird. Die Hebamme im Kreißsaal soll möglichst eine Allrounderin sein. Dadurch steigen auch erfahrenere Hebammen aus, weil die Geburtshilfe unter diesem Arbeitsdruck extrem leidet und sie ihren eigenen Anspruch und die Arbeit nicht erfüllen kann.

Der Generationenwechsel geht auch an dem Hebammenberuf nicht vorbei. Die aktuelle Generation von Hebammen geht in Rente und es besteht durch die schlechten Bedingungen eine Herausforderung, diese Lücken zu füllen. Hinzu kommt für den ländlichen Raum ein zunehmender besorgniserregender Trend mit weniger Kreißsälen in kleineren Kliniken.

Dadurch entstehen längere Wege zu den großen Kliniken im ländlichen Raum mit mindestens 30 Minuten Fahrtzeit, was den Stress für eine werdende Mutter erhöht. Abschließend wiesen die Hebammen daraufhin, „dass schwierige Zeiten auf die verbleibenden Hebammen im Kreißsaal und die Gebärenden zukommen und es ein großes Loch für die häusliche Betreuung der gewordenen Eltern geben wird.“

Bettina Müller, Fachfrau für die Hebammen in der SPD Bundestagsfraktion, machte deutlich, dass die SPD sich für eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen von Hebammen einsetzt. Darunter fällt neben der Forderung zur Bereitstellung von zusätzlichen Mitteln für mehr Hebammen und Assistenzkräften in den Krankenhäusern eine 1:1 Betreuung sowie einen höheren Mindestlohn. Allerdings ist dies mit den involvierten Akteuren, wie beispielsweise den katholischen Wohlfahrtsverbänden, schwer umzusetzen. Sie geht davon aus, dass durch das neue Gesetz ein erster Schritt gegen das zentrale Problem der Personalnot getan wird.

„Es war mir wichtig, mit der unterrepräsentierten Berufsgruppe der Hebammen ins Gespräch zu kommen und über deren Herausforderungen einen Einblick zu kriegen. Wir waren natürlich über die Rückmeldung erfreut, dass wir als SPD die Problemlage erkannt haben. Selbstverständlich werden wir uns weiter dafür einsetzen, dass der Hebammenberuf attraktiver wird und es eine bessere Betreuung für Familien und ihre Kinder gibt“, meinte die Bundestagsabgeordnete Marja-Liisa Völlers (SPD) abschließend. Foto: Büro Völlers

 

 

 

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