„Tante Anna“ nicht lauter als ein Rasenmäher
Großartige Stimmung auf dem Segelflugplatz

DSC_0334Bückeburg (mm-02.05.15). „Der Pilot macht jetzt auf laut, aber nach dem Abheben ist sie nicht lauter als ein Rasenmäher oder Motorrad“, kommentierte Bernd Vogt die Startphase der „Antonov AN 2“. Er hatte Recht; denn bereits nach einem Kilometer konnte man von einer Lärmbelästigung nun wirklich nicht sprechen. Am Samstag, der erste Tag des Rundflugwochenendes, herrschte auf dem Segelflugplatz des LSV Bückeburg-Weinberg angesichts des sonnigen Wetters und der Anzahl der vorgebuchten Rundflüge eine gute Stimmung.

Mike Nierste, Vorsitzender des 130 Mitglieder zählenden Vereins LSV Bückeburg-Weinberg, war natürlich vor Ort und freute sich über das Interesse der Öffentlichkeit an der Veranstaltung. Durch eine Wiederbelebung einer Arbeitsgemeinschaft am Gymnasium Adolfinum gehören auch 20 jugendliche Flugschüler dem Verein an.

DSC_0342Bernd Vogt moderierte die Veranstaltung und vermittelte dabei den Besuchern eine Menge wissenswerter Details. Im Gespräch mit Bückeburg-Lokal vergaß er nicht, der Feuerwehr der Lebenshilfe Rinteln, dem anwesenden Arzt Oliver von Storch und den Vereinsmitgliedern zu danken, die sich als Helfer zur Verfügung gestellt hatten und ohne die eine solche Veranstaltung nicht möglich wäre.

DSC_0347„Tante Anna“, so wurde die „Antonov AN 2“ genannt, ist der Stargast an diesem Rundflugwochenende. Die Maschine gehört einem Verein in Ballenstedt/Harz, in der Nähe von Quedlinburg, und wird von fünf Piloten geflogen. Diese Antonov AN 2 wurde 1969 gebaut, verfügt über ein Abfluggewicht von 5,5 Tonnen, benötigt dafür 1015 PS und hat 1200 Liter Treibstoff an Bord.

DSC_0319„Das ist unser Hobby, wir sind alle ehrenamtlich für unseren Verein unterwegs, um die Maschine zu erhalten“, berichtete Pilot Willi Horka (55), der uns im Cockpit Platz nehmen ließ und Interessantes über die Antonov erzählen konnte. „Hier gibt es nichts Elektronisches, keine Chips, keine Transistoren“, erläuterte der Pilot. Der Typ AN 2 sei eine russische Konstruktion, insbesondere für die große russischen Weiten und den Transport von Menschen und Gütern geschaffen.

DSC_0340Die Sitze, neun Personen sind das „juristische Höchstgewicht“, seien leicht hochzuklappen; in Russland würden Schweine, Ziegen und Kartoffeln mit der Maschine befördert. In der DDR habe die Antonov der Gesellschaft für Sport und Technik (GST) gehört. Bei den Verhandlungen über den Einigungsvertrag habe man die Maschinen von der DDR übernommen und ihnen eine Bestandsgarantie gegeben. Ansonsten hätten die Deutschen schnell erkannt, dass dieser Transportriese mit über 5 Tonnen, der auf unbefestigtem Gelände starten und landen kann und nur kurze Start- und Landestrecken benötigt, eine starke Konkurrenz ist.

DSC_0351So gab es vor der Wiedervereinigung etwa 80 bis 90 Maschinen und heute in Deutschland nur noch rund 25! Sicherheit wird großgeschrieben. Alle 50 Stunden muss die Antonov laut Horka in die Flugzeugwerft. Alle 2.000 Betriebsstunden muss man die Motoren überholen lassen oder neue Motoren einbauen. Alle 6.000 Betriebsstunden wird das Flugzeug in der Werft total zerlegt. „Alle Ersatzteile sind noch aufzutreiben, wir haben uns auch rechtzeitig einiges organisiert“, schmunzelte der sympathische Pilot.

DSC_0311Auch am Sonntag gibt es ab 10 Uhr wieder Rundflüge mit der Antonov AN 2, zudem Segelflug und Segelkunstflug mit den vereinseigenen Maschinen. Der Eintritt und das Parken sind frei; für die Verpflegung der Gäste ist gesorgt.

 

Foto 1: Antonov AN 2

Foto 2: Pilot Willi Horka

Foto 3: Im Cockpit

Foto 4: Die Zuschauer winken den Piloten zu.

Foto 5: Ein Motorsegler

Foto 6: Wahre Liebe

Foto 7: Moderator Bernd Vogt (l.) und LSV-Vorsitzender Mike Nierste

 

Kurz-URL: https://www.bueckeburg-lokal.de/?p=17320

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