Sportausschuss einstimmig für neuen Naturrasen
Brombach: „Hybridrasen war ein Vorschlag der Grünen“

Bückeburg (mm-16.04.21). „Wir müssen nach vorn schauen, dem Beschlussvorschlag folgen und schnell anfangen“, appellierte Bürgermeister Reiner Brombach an die Mitglieder des Sport- und Partnerschaftsausschusses. Der Ausschuss folgte einstimmig dem Vorschlag der Verwaltung, den Antrag der Fraktionen CDU, Bündnis 90/Die Grünen und BfB/FW/FDP zum Bau eines Naturrasenplatzes in Evesen umzusetzen.

Ausschussvorsitzender Dieter Everding (SPD) hatte zu Beginn einen Rückblick auf die langjährige Geschichte des Projektes gegeben. Ein Gutachter hatte festgestellt, dass zwei Rasenplätze im Sportzentrum Evesen überbeansprucht sind und der B-Platz abgängig ist. Vorschlag war der Bau eines dritten Rasenplatzes oder eines Kunstrasens.

Der Kunstrasen wurde bereits im Jahr 2018 aus ökologischen Gründen abgelehnt. Begeisterung („doppelt so belastbar wie ein Naturrasen und umweltfreundlich“), so Everding, habe während der Besichtigung eines Hybridrasenplatzes in Bielefeld geherrscht.

Während einer Ausschuss-Sitzung habe Frau Laasch von den Grünen dann auch nicht gegen den Bau des Hybridrasens, sondern für eine Verschiebung in das Jahr 2021 gestimmt. Nachdem der Bürgermeister, so Everding weiter, es in Gesprächen mit der Führung des VfR geschafft habe, dass der Verein seinen Anteil um 100.000 Euro erhöht, sei für die Stadt noch eine Differenz von 50.000 Euro offen gewesen.

Im März 2021 hätten dann CDU und Grüne mit „fadenscheinigen Argumenten“ den Bau eines Hybridrasens abgelehnt. „Dabei hätte man für ca. 260.000 Euro eine optimale Anlage geschaffen – es wurde eine große Chance vertan und den Sportlern und Jugendlichen in der Großgemeinde Evesen etwas versagt“, so Everding. Wenige Tage später sei der vorliegende Antrag auf den Tisch gekommen.

Dieter Wilharm-Lohmann (CDU) erinnerte daran, dass es im Verwaltungsausschuss einhellige Meinung war, den Betrag der Stadt auf 214.000 Euro zu begrenzen („Schmerzgrenze“). Es sei mit unterschiedlichen Zahlen gearbeitet worden. „Es wurde nicht immer fair mit uns umgegangen“, meinte Wilharm-Lohmann Richtung VfR Evesen.

Trotz der wirtschaftlich nicht tollen Lage stehe die CDU zu ihrem Wort und den 214.000 Euro. 50.000 Euro, also 25 Prozent, mehr seien „absolut unangebracht, zurzeit nicht machbar.“ Hendrik Tesche (FDP) wies auf den Vorteil des Naturrasens hin, weniger Wasser zu verbrauchen.

„Wir haben den Hybridrasenplatz nur halbherzig mitgetragen, die Finanzierung stimmt nicht mehr, da machen wir nicht mehr mit“, meinte Ullrich Dawid von den Grünen. „Der Hybridrasenplatz war ein Vorschlag der Grünen und wurde nicht nur halbherzig getragen“, konterte Bürgermeister Reiner Brombach.

Es habe wenige Anbieter für den Bau eines Hybridrasenplatzes gegeben. Der Preis von 513.000 Euro inklusive Unterbau habe mit der Zusage gegolten, bei einer Auftragsvergabe im März dann auch im Herbst einen bespielbaren Platz zu haben. Brombach geht davon aus, dass für den geplanten Bau des Naturrasenplatzes mehr Angebote eingehen werden.

„Die SPD stimmt dem vorliegenden Antrag zu, weil wir keine Mehrheit für unseren Wunsch nach einem Hybridrasenplatz haben“, sagte Dr. Jens Bartling, Vorsitzender der SPD-Ratsfraktion. Reinhard Luhmann (SPD) forderte, die Deckelung zu streichen. Es gäbe, so Luhmann, in Bückeburg weder ein Heimatmuseum, ein Hubschraubermuseum noch die Julianen-Kita, wenn der zuerst im Haushalt verankerte Betrag immer verbindlich geblieben wäre. „Man kann dem VfR als Bauherrn nicht allein das Risiko tragen lassen, zudem dem Verein die Zeit wegläuft“, so Luhmann.

Bartling hatte zudem darauf hingewiesen, dass es in der Verwaltung Befürchtungen gibt, dass die Kosten für den Naturrasenplatz höher ausfallen als in dem Gutachten angenommen und die 214.000 Euro auch in der sparsamsten Version nicht ausreichen werden.

„Es macht wenig Sinn, später den Betrag auszugeben, den wir jetzt nicht ausgeben wollen, es soll ein guter B-Platz, aber kein zweiter A-Platz werden“, erwiderte Wilharm-Lohmann (CDU). „Fußball ist nur eine Sportart, wir wollen den VfR unterstützen, aber den Haushalt nicht überlasten – wir verzichten nicht auf eine Deckelung“, so auch Heike Donath (CDU).

„Das ist der Unterschied zwischen der SPD und euch anderen: Wir wollen den Bau eines zweiten Platzes, ihr wollt 214.000 Euro ausgeben; egal, was ihr dafür bekommt“, so Dr. Jens Bartling abschließend.

Foto 1: Jugendfußball auf Naturrasen im Sportzentrum Evesen
Foto 2: Reiner Brombach (l.) mit dem Ausschussvorsitzenden Dieter Everding

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