Reinhard Luhmann neuer Ortsbürgermeister
Verwaltung gibt CDU Nachhilfe in Demokratie

Evesen (mm-18.11.21). Reinhard Luhmann (69) ist am Mittwochabend während der konstituierenden Sitzung des Ortsrates Evesen im „Eveser Krug“ in einer geheimen schriftlichen Wahl zum neuen Ortsbürgermeister und Nachfolger von Horst Schwarze gewählt worden, der dieses Amt 20 Jahre lang ausgeübt hatte.

Luhmann hat sich mit 5:3 Stimmen gegen Cord Siekmeier durchgesetzt, der aus den Reihen der CDU mit der Begründung vorgeschlagen worden war, er habe die meisten Stimmen erhalten und es sei ein „ungeschriebenes Gesetz“, dass diese Person dann auch Ortsbürgermeister wird!

Bei der Kommunalwahl hat die SPD fünf Sitze, die CDU drei Sitze und die Grünen einen Sitz erhalten, so dass die Wahl Luhmanns keine Überraschung war, zumal die neue grüne Abgeordnete Virginia Lauterbach nicht an der Sitzung teilgenommen hat.

Reinhard Luhmann nahm die Glückwünsche von Axel Wohlgemuth und Horst Schwarze entgegen, der ihm zusätzlich den Stempel der ehemaligen Großgemeinde Evesen überreichte. „Ich habe zwei gute Vorgänger gehabt, bei denen ich viel lernen konnte und werde versuchen, ein Ortsbürgermeister für alle Bürgerinnen und Bürger zu sein“, so Luhmann.

Im Namen aller Ortsratsmitglieder überreichten Reinhard Luhmann und Cord Siekmeier Horst Schwarze, der dem neuen Ortsrat nach 35 Jahren und sieben Wahlperioden nicht mehr angehört, einen Karton Wein. Schwarze habe, so Luhmann, große Spuren hinterlassen und viele Dinge vorangetrieben. So habe er 2005 die Idee gehabt, hinter der alten Röcker Schule eine Boulebahn für den Ort anzulegen.

Später habe Schwarze noch drei Sitzgarnituren aus Massivholz für Radfahrer und Wanderer in den Ortsteilen aufstellen lassen. Ebenfalls verabschiedet aus dem Ortsrat wurde Matthias Knickrehm, der die vergangenen fünf Jahre im Ortsrat mitgewirkt und „immer ein Auge auf Zustand und Sauberkeit der Straßen geworfen“ habe.

Vor der Wahl des ersten und zweiten stellvertretenden Ortsbürgermeisters schlug Luhmann vor, zwei „gleichberechtigte“ Stellvertreter zu wählen. Es sei ein Zeichen, in den nächsten Jahren gemeinsam erfolgreich zu arbeiten. Der Vorschlag wurde mit den Stimmen der SPD angenommen; die CDU stimmte dagegen!

„Die Wähler haben mir einen anderen Auftrag gegeben, ich will Ortsbürgermeister werden, und wir haben der SPD die beiden Stellvertreterposten angeboten“, meinte Cord Siekmeier. Viele seiner Wähler würden die Welt nicht mehr verstehen. „Ich habe viel für Evesen getan“, so Siekmeier in Verkennung der Mehrheitsverhältnisse im Ortsrat, der dennoch viel Applaus der Anwesenden für seine Aussagen erhielt.

Nachdem Siekmeier beklagt hatte, das dieses Vorgehen „undemokratisch“ sei und man so keine jungen Leute für die Politik begeistern könne, bat Ratsherr Jörn Malsch (SPD) die Verwaltungsvertreter um Aufklärung, wie nach dem Niedersächsischen Kommunalverfassungsgesetz ein Ortsbürgermeister demokratisch gewählt wird. „Aus der Mitte der Abgeordneten“ gab Fachbereichsleiter Bernd Meier der CDU gerne ein wenig Nachhilfe.

„Wenn man mit acht Kandidaten antritt, erhält man weniger Stimmen, als wenn man mit vier Kandidaten antritt“, betrieb auch Luhmann noch ein wenig Aufklärung. Die SPD schlug Wilfried Wilharm als stellvertretenden Ortsbürgermeister vor, der mit fünf Ja-Stimmen, zwei Enthaltungen und einer Nein-Stimme von Siekmeier gewählt wurde.

Die CDU zeigte sich weiter bockig und weigerte sich, einen Kandidaten für die Stellvertretung vorzuschlagen. Die SPD verzichtete darauf, einen weiteren Stellvertreter aus eigenen Reihen zu nominieren. Appelle von Luhmann und Wilharm an Siekmeier, sich nicht zu verweigern, blieben wirkungslos. Vielleicht haben die Grünen Interesse, einen Stellvertreter zu benennen, will Reinhard Luhmann die nächste Sitzung des Ortsrates abwarten.

Foto 1: Horst Schwarze (l.) gratuliert seinem Nachfolger Reinhard Luhmann.

Foto 2: Reinhard Luhmann (r.) und Cord Siekmeier (l.) danken Horst Schwarze für seine 35-jährige Arbeit im Ortsrat und überreichen ihm ein Präsent.

Foto 3: Axel Wohlgemuth (l.) würdigt im Namen der Stadt Bückeburg das Engagement von Horst Schwarze über einen so langen Zeitraum.

Foto 4: Matthias Knickrehm (l.) wird zu Beginn der Versammlung vom noch amtierenden Ortsbürgermeister Horst Schwarze aus dem Ortsrat verabschiedet.

 

 

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