Ratsempfang für Delegation aus Elvas
Auftakt für eine Städtepartnerschaft?

Bückeburg (mm-08.05.22). „Es ist ein erfreulicher Anlass, Sie hier in einem feierlichen Rahmen begrüßen zu können“, meinte Bückeburgs stellvertretender Bürgermeister Peter Kohlmann, der für den kurzfristig erkrankten Bürgermeister Axel Wohlgemuth eine dreiköpfige Delegation aus Elvas (Portugal) mit Graca Rodrigues Luna Pais, Präsidentin der Gemeindeverwaltung, Paula Calado, Dezernentin für Kultur und Tourismus, und dem Historiker Dr. Rui Jesuino zum Ratsempfang im Neuen Ratssaal willkommen hieß.

Auf Initiative der Schaumburger Landschaft werde versucht, die beiden Städte näher zusammenzuführen. Es gäbe, so Kohlmann weiter, beachtliche historische Gemeinsamkeiten. Das dreitägige Programm mit Stadtführung, Besichtigung Schloss, Wilhelmstein, Landesarchiv und Schloss Baum biete Gelegenheiten, um Stadt und Landkreis näher kennenzulernen, „damit Sie wunderbare Eindrücke mit nach Hause nehmen können.“

Kohlmann sprach von einem „ersten Date“, um Gemeinsamkeiten auszuloten, wie eine Partnerschaft aussehen kann. Die „schrecklichen Bilder aus der Ukraine“ würden zeigen, dass es wichtiger denn je sei, in Europa sich zu begegnen, auszutauschen und zusammenzustehen.

„Ich würde mich ebenso wie die Stadt Bückeburg freuen, wenn Ihr Besuch der Auftakt für eine Städtepartnerschaft sein könnte“, meinte Dr. Lu Seegers, die Geschäftsführerin der Schaumburger Landschaft. Sie zeigte in ihrer Rede auf, wie eng die beiden Städte historisch miteinander verbunden sind.

Die Schlüsselfigur ist Graf Wilhelm zu Schaumburg-Lippe, dessen Geburtstag sich 2024 zum 300. Mal jährt und der in Bückeburg residierte. Er avancierte während seiner Regierungszeit zu einem europaweit bedeutenden Truppenführer und Militärtheoretiker. Von Bückeburg aus schuf er ab 1748 eine Schaumburger Armee, die hervorragend ausgebildet war und sich etwa in der Schlacht von Minden 1759 bewährte.

Zudem entwickelte Graf Wilhelm seine Theorie des reinen Verteidigungskrieges und ließ dafür ab 1761 die Insel Wilhelmstein als uneinnehmbaren Fluchtpunkt im Steinhuder Meer erbauen. Aufgrund seiner engen Beziehung zum englischen Königshaus, das Portugal im Siebenjährigen Krieg zur Seite stand, wurde er 1762 zum Befehlshaber des portugiesischen Heeres ernannt. Dank geschickter Manöver sei es ihm gelungen, so Lu Seegers weiter, Portugal in einen Waffenstillstand mit den angreifenden Spaniern zu führen.

Die Festung Wilhelmstein im Steinhuder Meer ist ein Unikat in Mitteleuropa und zugleich in seiner architektonischen Struktur das Vorbild für das ab 1763 erbaute wesentlich größere Fort de Lippe in Elvas. Die Festung Fort de Lippe wurde 2012 mit den Festungsanlagen der Altstadt von Elvas, die etwa 23.000 Einwohner umfasst, zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt.

„Graf Wilhelm wird bis heute in Portugal wie auch in Elvas hochgeschätzt; es liegt nun an uns, zum beiderseitigen Vorteil die Potentiale der bereits bestehenden Freundschaft und gegenseitigen Wertschätzung in die Gegenwart und Zukunft der beiden Städte Bückeburg und Elvas zu überführen“, so Dr. Lu Seegers. Sie sieht die Vorteile konkret „in kulturtouristischen und wirtschaftlichen Synergieeffekten“. Eine Städtepartnerschaft würde einen Schüleraustausch ebenso ermöglichen wie den direkten Austausch der Bürgerinnen und Bürger. Foto: mm (1), APS (2)

Foto 1: Ratsempfang mit Peter Kohlmann (v.li.), Björn Sassenberg, Graca Rodrigues Luna Pais, Dr. Rui Jesuino, Paula Calado und Dieter Wilharm-Lohmann

Foto 2: Stehen einer Städtepartnerschaft positiv gegenüber: Graca Rodrigues Luna Pais (v.li.), Paula Calado, Peter Kohlmann, Dr. Lu Seegers und Dr. Rui Jesuino

Kurz-URL: https://www.bueckeburg-lokal.de/?p=65666

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