„Museum muss Spaß machen“
Exponate und Persönlichkeiten erzählen Geschichte

Bückeburg (mm-05.12.21). Das Museum Bückeburg für Stadtgeschichte und Schaumburg-Lippische Landesgeschichte an der Langen Straße gehört zu den Aushängeschildern der Stadt. Zurzeit gleicht das Gebäude aus dem Jahr 1563 einer Großbaustelle. Dr. Anke Twachtmann-Schlichter, die Leiterin des Museums, Reiner Brombach, Vorsitzender des Museumsvereins, und Schatzmeister Udo Bokeloh nahmen sich Zeit, über die Neuaufstellung des Museums und die Neukonzipierung der Dauerausstellung zu informieren.

Das Museum ist jüngst vom Ministerium für Kunst und Kultur in Hannover mit dem Museumsgütesiegel ausgezeichnet worden. „Diese Zertifizierung war mit einem großen Arbeitsaufwand verbunden, 120 Seiten Fragebögen mussten beantwortet werden“, erläutert die Museumsleiterin. In die Beurteilung flossen Sammlungen, Ausstellungen und ein Museumskonzept mit ein.

„Die Geldgeber erwarten ein Museums-Gütesiegel“, weiß Udo Bokeloh. Da die Gesamtkosten sich auf rund 850.000 Euro belaufen werden, sind Fördermittel natürlich willkommen. Dankbar ist Dr. Twachtmann-Schlichter der heimischen Bundestagsabgeordneten Marja-Liisa Völlers, die sich erfolgreich für eine Förderung des Bundes in Höhe von 96.000 Euro eingesetzt hat. 50 Prozent fließen von der NBank; weitere Geldgeber sind einmal mehr Sparkassen- und VGH-Stiftung, die Klosterkammer und natürlich auch der Landkreis und die Stadt Bückeburg mit jeweils 100.000 Euro.

Bei der Gestaltung der Räume hat ein Planungsbüro gute Arbeit geleistet; für die Exponate („alle aus einem tollen Bestand“) wurden von Honorarkräften erläuternde Texte geschrieben. Die Eingangshalle wird ein Raum für Zusammenkünfte, beispielsweise bei Vorträgen, sein.

Im ersten Raum steht die Entwicklung der Stadtgeschichte von der Entstehung bis zum 30-jährigen Krieg im Vordergrund. Persönlichkeiten wie Fürst Ernst erzählen Geschichte. Im nächsten Raum wird Landesgeschichte vermittelt. Im Obergeschoss sorgt ein Zeitstrahl für die historische Einordnung der Ereignisse. Kirchliche Kunst, wie beispielsweise Altarfragmente, werden gezeigt, aber eine Wand wird auch Persönlichkeiten gewidmet, die von Herder, Bach bis zu James Last Spuren in der Stadt hinterlassen haben.

Ein Raum bleibt für Sonderausstellungen vorgesehen. Daneben liegt ein Raum, der die Zeit vom 1. Weltkrieg, Weimarer Republik, Nationalsozialismus, Nachkriegszeit bis hin zum Wirschaftswunder thematisiert. Hier wird auch ein Totempfahl seinen Platz finden, den die Schaumburger Märchensänger als Botschafter der Stadt und des Landkreises von einer USA-Tournee mitgebracht haben.

Ein Geschoss wird der Tracht, Schmuck und Stickerei gewidmet. Im Gewölbekeller wird an die Begründer des Museums wie Ballestedt und Mosebach und Wiegmann erinnert. Hier werden auch weiter die paläontologischen Funde ausgestellt.

Im September/Oktober 2022 sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein. „Vor dem Eingang wird neu ein Vorbau transparent aus Glas entstehen, der sich damit vom Bestand abheben wird“, kündigt Reiner Brombach an. Dieser Windfang werde von den Besuchern bestimmt im Winterhalbjahr geschätzt und sei mit dem Denkmalschutz abgestimmt worden.

Auch nach der Wiedereröffnung wird der Eintritt weiter frei sein; eine Spendenbox wird bleiben. „Museum muss Spaß machen, Bildung soll für alle da sein – und der Besuch ist für jedermann spannend“, ist Dr. Anke Twachtmann-Schlichter überzeugt.

Foto 1: Reiner Brombach (v.li.), Dr. Anke Twachtmann-Schlichter, Udo Bokeloh

 

Kurz-URL: https://www.bueckeburg-lokal.de/?p=63212

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