Melanie Anders erhält Impfung „Nr. 66.666“
Kein Grund zum Jubeln für das Team des Impfzentrums

Landkreis (mm-01.06.21). Melanie Anders aus Lauenau hat am gestrigen Montag in der Festhalle die Impfung Nr. 66.666 erhalten  und durfte sich über einen Blumenstrauß und eine Urkunde aus den Händen von Bernd Koller, Präsident des DRK Kreisverbandes Schaumburg, und Axel Bergmann vom Impfteam des DRK freuen.

„Trotzdem ist das Team des Impfzentrums Schaumburg nicht zum Jubeln aufgelegt“, meinte Koller. Mit dem derzeit zur Verfügung stehenden Impfstoff baue man weder die stetig ansteigende Warteliste an Impfwilligen ab noch sei man ausgelastet.

Die Impfzentren seien, so Koller, dafür angetreten, möglichst viele Menschen in kurzer Zeit zu impfen. Ab 04.01.21 wurde mit mobilen Teams und Hausärzten aus Schaumburg in den hiesigen 44 Pflege- bzw. Altenheimen, ab dem 15.02.21 selbst im Impfzentrum geimpft.

„Zumeist hatten wir nur Impfstoff erheblich unter unserer Auslastungsgrenze zur Verfügung. Jetzt reicht das vorhandene Vakzin zumeist nur noch für weit unter 1.000 Impfungen am Tag. Nur am 24.04.21 konnten wir tatsächlich einmalig gut ausgelastet 1.500 Impfungen an einem Tag durchführen – das ist schon über einen Monat her und war seitdem nicht mehr der Fall“, erläutert der Präsident des DRK Kreisverbandes.

Bernd Koller erinnert daran, dass zur 33.333sten Impfung am 14. April noch der Niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil persönlich im Schaumburger Impfzentrum zu Besuch war und Blumensträuße überreicht hatte. Damals hätten noch alle Beteiligten in den Impfzentren an einen schnellen Zulauf von größeren Mengen an Impfstoff in allernächster Zeit geglaubt. Man habe dies aus vielen Verlautbarungen der Bundespolitik so interpretieren können.

„Leider ist dies bis heute aber nicht der Fall. Nicht erhöht hat sich die Zahl der Impfdosen, erhöht haben sich nur die Zahlen auf den Wartelisten der Impfzentren“, bedauert Koller. Allein die Warteliste des Impfzentrums Schaumburg umfasse mittlerweile fast 15.000 Impfwillige, darunter noch leider viele Bürgerinnen und Bürger aus der dritten Gruppe der bestehenden Impf-Priorisierung.

„Aber nicht nur im hiesigen Impfzentrum steigen die Zahlen auf der Warteliste, sondern inzwischen auch bei unseren Hausärzten und ab 07.06.21 auch auf den Wartelisten der Betriebsärzte“, so Koller weiter. Anstatt mehr Vakzin für alle Beteiligten zu besorgen, sei das vorhandene Vakzin nur auf diese drei Impfberechtigten-Gruppen aufgeteilt und werde teilweise bis zum 07.06.21, dem Tag des Eintretens der Betriebsärzte in die Impfkampagne, teils zwischengelagert und daher auch nicht verimpft.

„Für den DRK-Kreisverband Schaumburg e.V. gibt es erst wieder einen Grund, Prominenz in das Impfzentrum einzuladen, wenn hier wieder mit Höchstlast von 1.200 bis 1.500 Dosen pro Tag geimpft werden kann und nicht nur, wie derzeit, mit geringen Vakzinmengen von unter täglich 1.000. Der jetzige Umstand der permanenten Nichtauslastung ist nicht nur aus meiner Sicht weder volkswirtschaftlich noch betriebswirtschaftlich befriedigend“, so Koller deutlich.

„Wahrscheinlich steht bekanntlich bis Anfang Juli 2021 nicht mehr Vakzin als jetzt zur Verfügung, so dass Erstimpfungen im Zentrum nur im geringen Umfang, dafür aber alle notwendigen Zweitimpfungen vorgenommen werden können“, erläutert Bernd Koller.

Konkret bedeutet das, dass die jetzt schon mit rd. 15.000 Impfwilligen sehr lange Warteliste nicht kleiner, sondern vielmehr anwachsen wird, insbesondere sprunghaft nach der geplanten Freigabe der Priorisierung am 07.06.21. Die Impfwilligen auf der Warteliste müssen sich also noch eine ganze Weile gedulden, bevor Sie vor dem COVID 19-Virus geschützt sind.

„Dennoch ziehe ich als hiesiger DRK Präsident abschließend ein versöhnliches Fazit: Vor einem Jahr konnten wir uns kaum vorstellen, dass wir unsere Bevölkerung schon ab Anfang 2021 gegen das pandemische Virus impfen können. Vielen geimpften älteren Bürgerinnen und Bürgern der ersten beiden Impfpriorisierungsgruppen konnte dadurch höchstwahrscheinlich ihr Leben gerettet werden“, so Bernd Koller abschließend. Foto: DRK Kreisverband

Foto: Glückwünsche, Blumen und eine Urkunde gibt es für Melanie Anders von Bernd Koller (l.) und Axel Bergmann.

 

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