Kunstbazar zugunsten AWO-Frauenhaus
„Hinter den Zahlen steht viel Leid“

Bückeburg (mm-14.11.23). Heinz-Gerhard Schöttelndreier, der Vorsitzende des AWO Kreisverbandes Schaumburg, konnte am Sonntag zahlreiche Freunde und Unterstützer der AWO, darunter Landrat Jörg Farr, Jan-Philipp Beck (MdL), Bückeburgs Bürgermeister Axel Wohlgemuth und zahlreiche weitere Bürgermeister/innen aus dem Landkreis, in der Landfrauenschule zur Eröffnung des Kunstbazars der AWO begrüßen.

Der Kunstbazar wird seit 1990 durchgeführt. In diesem Jahr haben 18 Künstler und Künstlerinnen u.a. Ton- und Keramikarbeiten, Silber- und Goldschmuck, Seidenmalerei, Holzarbeiten und Specksteinarbeiten ausgestellt. Sie stiften einen Teil ihrer Erlöse für das Frauenhaus, das seit Juli 1987 existiert. Bis Ende September 2023 haben hier insgesamt 1.864 Frauen mit 2.086 Kindern Schutz vor häuslicher Gewalt gesucht. Für das auf dem Bazar eingenommene Geld werden u.a. Außenspielgeräte, Legos, Bastelmaterial und Kuscheltiere angeschafft.

Heinz-Gerhard Schöttelndreier hatte während der Eröffnung von einem „Lichtblick des Tages“ in düsteren Zeiten, mit Gräuel und Terror in Israel und dem Gaza-Streifen, dem Krieg in der Ukraine, Inflation und Krawallen auf unseren Straßen gesprochen. Viele hätten Sorgen und würden um ihre Existenz kämpfen. „Die Gesellschaft ist aktuell mit der Flüchtlingssituation überfordert, die Schulen, die KiTas, fehlende Wohnungen – die Politik findet keine gemeinsame Lösung“, so der AWO-Kreisvorsitzende. „Genießt den heutigen Tag in Harmonie und unterstützt das Frauenhaus, habt ein offenes Herz für das Thema und ein offenes Portemonnaie für das Frauenhaus – nicht alle haben den Weg ins Frauenhaus geschafft“, so Schöttelndreier.

„Nicht pauschal kürzen, das verschärft nur unsere Probleme“, meinte Landrat Jörg Farr vor dem Hintergrund eines mit 37 Millionen Euro defizitären Haushalts 2024. Präventive Angebote würden helfen, Probleme frühzeitig zu lösen. „Institutionen wir die AWO und die Tafen brauchen unsere Hilfen, um Menschen in Not zu unterstützen“, so Farr.

„Während meiner Zeit als Mitglied des Kreistages habe ich im Beirat des Frauenhauses mitgearbeitet, das hat mich persönlich geprägt“, meinte Axel Wohlgemuth. Der Weg ins Frauenhaus sei ein langer Weg, um den Tiefpunkt zu überwinden und die Kurve zu bekommen.

Beate Schulze, die stellvertretende Schulleiterin der BBS Rinteln, und Michael Hintz, Lehrer und Werkstattleiter an der BBS, haben AWO-Geschäftsführerin Heidemarie Hanauske fünf in der Werkstatt gefertigte Holzautos mit Gummi-Motor für die Kinder im Frauenhaus überreicht. Man könne mit dem „analogen Spielzeug“ auch etwas lernen. „Für die Kinder ist das entwicklungsfördernde Spielmaterial in ihren besonders schwierigen Lebenssituationen sehr wichtig“, erläuterte Hanauske.

Heidemarie Hanauske berichtete von einer steigenden Nachfrage nach einem Platz im Frauenhaus. In 2021 konnten über 40 und in 2022 sogar über 50 Frauen wegen Platzmangels nicht aufgenommen werden. Zwölf Plätze würden für Frauen und ihre Kinder nicht ausreichen. „Die gesellschaftliche Situation, Sorgen und Ängste erschweren das Klima zuhause – hinter den Zahlen steckt viel Leid“, weiß die Geschäftsführerin des AWO-Kreisverbandes Schaumburg. Sie dankte dem bekannten Bückeburger Duo „Little Jazz“ für die musikalische Umrahmung der Veranstaltung.

Foto 1: Beate Schulze (r.) und Michael Hintz überreichen Heidemarie Hanauske Spielzeug für die Kinder im Frauenhaus.

Foto 2: Heinz-Gerhard Schöttelndreier: „Viele haben Sorgen und kämpfen um ihre Existenz – die Gesellschaft ist mit der Flüchtlingssituation überfordert.“

Foto 3: Heidemarie Hanauske freut sich über eine Spende von Bürgermeister Axel Wohlgemuth.

 

 

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