Krebspatient erkrankt an Corona
Dank an Klinikpersonal für ausgezeichnete Pflege

Bückeburg (mm-12.01.22). Unser Leser Heinz S. (Name der Redaktion bekannt) aus Bückeburg hat uns einen Bericht über seine Coronaerkrankung und seinen Aufenthalt im Klinikum Schaumburg (Foto) in Vehlen geschickt, den wir im Wortlaut veröffentlichen.

„In allen Medien wird täglich über die neuesten Coronazahlen berichtet. Inzwischen hat man das Gefühl, dass nur die Fallzahlen ausgetauscht werden. Selbst die Anzahl der Todesfälle ist nur interessant, wenn jemand aus dem Verwandten- oder Bekanntenkreis an Corona verstirbt.

Darum möchte ich als Coronapatient von meinen nicht erfüllten Hoffnungen und Wünschen berichten. Nach einer schweren Erkrankung, die mit einer Chemo-, Hochdosis Chemo- und einer Stammzellentherapie behandelt wurde, war meine erste zerstörte Hoffnung, dass ich vor Corona keine Angst haben muss.

„Hochdosis Chemo“ bedeutet, dass alle Zellen im Körper beseitigt werden. Nach einigen Tagen werden den Patienten die Stammzellen (das Mutterblut) wieder zugeführt. In dieser Zeit hält man sich in einem Isolierzimmer auf, weil der kleinste Keim gefährlich ist. Verbunden mit der Stammzellentherapie und der Gewöhnung an den Körper, sind eine sehr große Übelkeit, Schmerzen, Ängste und eine Appetitlosigkeit, die mit künstlicher Ernährung beseitigt wird.

Mein Wunsch, dass ich kein Corona bekomme, wurde jäh zerstört. Nach zweimaligem Impfen hatte ich einen Termin beim Hausarzt zur Booster Impfung. Mein Hausarzt hat vor dem Impfen die Sauerstoffsättigung im Blut gemessen und sofort den Rettungswagen gerufen.

Im Klinikum wurde dann der Verdacht auf Corona bestätigt; und ich kam sofort auf die Intensivstation zur Beatmung mit Sauerstoff. Bis auf die Übelkeit waren es ähnliche schlimme Symptome, wie in der Vorerkrankung geschildert, mit denen nicht zu spaßen ist und die auch nicht durch Spaziergänge geheilt werden.

Die Vorerkrankung hat leider verhindert, dass sich Corona Abwehrstoffe gebildet haben. In der ersten Woche war es knapp um meine Gesundheit bestellt, und in der zweiten Woche erging es mir relativ besser, sodass ich schon Radio hören konnte. Ich erinnere mich an die Worte eines Pflegers, der zu mir sagte, ‚schön, dass Sie schon Radio hören können, während in den Nebenzimmern Mitpatienten versterben.‘

Trotz des großen seelischen Drucks, denen Schwestern, Pfleger und Ärzte ausgesetzt sind und auch nicht einfach an der Schranke abgeben können, möchte ich mich beim Klinikpersonal für die ausgezeichnete Pflege bedanken.

Da uns Corona noch länger verfolgen wird, möchte ich an die Worte meines Stationsarztes erinnern, der mir empfohlen hat, auf dem Bauch zu liegen, weil dann die Lunge am besten atmet. Bei mir ist es leider aufgrund von Rückenschmerzen nur eine Seitenlage geworden, und der Aufenthalt auf der Intensivstation wurde um zwei Tage verlängert.“

 

 

 

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