„Keine Vernichtung landwirtschaftlicher Flächen“
„Lärmbelästigung in 20 Jahren innerorts deutlich minimiert“

Samtgemeinde Nienstädt (mm-12.05.22). Vertreter der Fraktionen WGSN, FDP und CDU haben während eines Pressegespräches eine Stellungnahme zum Beschluss des Samtgemeinderates abgegeben, „sich im Hinblick auf die zu erwartende Verfahrensdauer, die in der bisherigen Planung nicht berücksichtigten Klima- und Umweltschutzaspekte und die zu erwartenden Veränderungen der Mobilität gegen den Bau der Umgehungsstraße in Nienstädt“ auszusprechen.

„Wir danken auch den Grünen für ihre Unterstützung im Rat, obwohl sie den Antrag nicht mit unterzeichnet haben“, so Uwe Goth (SGSN). Während der Ratssitzung habe wegen zahlreichen kritischen Stimmen der Eindruck entstehen können, der Beschluss der Politik gehe an der Bevölkerung vorbei. „Das stimmt so nicht, ich erfahre fast täglich Zustimmung aus der Bevölkerung“, so Florian Ernst (CDU). Petra Ritter (CDU) glaubt, „dass die stille Mehrheit für unseren Antrag war.“

Die Gegner der Umgehungsstraße vermissen gesicherte Informationen zum Umfang des Ziel- und Quellverkehrs auf der B65. „Die Bürger sind müde geworden“, so Ritter. Goth weist darauf hin, dass die Ortsdurchfahrt nach dem Bau der Umgehungsstraße zur Kreisstraße wird. Der Landkreis müsste dann die Unterhaltungskosten und die Finazierung eines notwendigen Rückbaus tragen. Eine Folge könnte die Erhöhung der Kreisumlage sein.

„Durch die Umgehungsstraße würden umfangreiche landwirtschaftliche Nutzflächen vernichtet, so etwa 20 bis 30 ha“, befürchtet Hinrich Gottschalk. In den bisherigen Planungen sei, so Goth, in keiner Weise berücksichtigt worden, wie viele Anwohner durch die Umgehungsstraße neu belastet werden.

Ritter spricht von einer „weiteren räumlichen Teilung der Samtgemeinde“. Auf Nachfrage bestätigt sie, früher zu den Befürwortern einer Umgehungsstraße gehört zu haben. Vor etwa zwei Jahren bei einem Besuch der Kreistagsfraktion habe ein Umdenkungsprozess eingesetzt.

Die Vertreter von WGSN, FDP und CDU sind überzeugt, „dass in 20 Jahren die Anzahl der Elektromotoren voraussichtlich die der Verbrennungsmotoren deutlich übertreffen und das Problem der Lärmbelastung so innerorts deutlich minimiert wird.“ Auch die Belastung durch CO2 werden dann automatisch reduziert.

Mit Hinweis auf eine Grafik der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr wurde aufgezeigt, „dass das Verkehrs- und Lärmaufkommen an der alten B65 im Zeitraum von 2005 bis 2015 rückläufig“ war. Dennoch will man, so Ritter, den Bürgern schnell helfen und Lärmsanierungsmaßnahmen durchführen – nicht nur an Gebäuden der Anwohner, sondern gegebenenfalls auch an Gebäuden der „zweiten Reihe“, die nicht direkt an der Straße liegen. „Zehn Jahre wird es schon dauern“, ist sich Ritter bewusst, „aber immer noch schneller als der Bau der Umgehungsstraße“.

Wegen der geplanten Umgehungsstraße werde durch die Landesbehörde auch eine Umgestaltung des Straßenraums inklusive der Förderung des Radverkehrs abgelehnt. „Es muss auch keine Vierspurigkeit bleiben, es muss eine funktionierende ‚Grüne Welle‘ her – der Fetisch Straßenverkehr muss aus dem Fokus des Denkens verschwinden“, wünscht sich Goth. „Wir sind bereit, Verantwortung zu übernehmen, über mehrere Ebenen, und gucken über den Tellerrand“, so Uwe Goth (WGSN) abschließend.

Foto: Sie haben eine Stellungnahme zum kürzlich im Samtgemeinderat gefassten Beschluss abgegeben.

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