Kein Vertrauen in ein faires Miteinander
Keine Mehrheit im Sportausschuss für Kunstrasen in Evesen

Bückeburg (mm-12.07.21). Keine Mehrheit fand im Sport- und Partnerschaftsausschuss der Beschlussvorschlag der Verwaltung, im Sportzentrum Evesen einen Kunstrasenplatz zu bauen. Der Antrag wurde vom Ausschuss-vorsitzenden Dieter Everding, Reinhard Luhmann und Jens Meier (alle SPD) unterstützt, während Dieter Wilharm-Lohmann und Heike Donath (beide CDU), Willi Klusmeier (Bündnis 90/Die Grünen) und Raimund Leonhard (BfB/FW/FDP) dagegen gestimmt haben, mit der Folge, dass sofort mit den Vorbereitungen für den Bau eines Naturrasenplatzes begonnen werden soll.

Zu Beginn einer hochemotionalen Sitzung hatte Bürgermeister Reiner Brombach die unendliche Geschichte des Baus eines Sportplatzes in Evesen kurz zusammengefasst. Es gab Preisexplosionen zwischen Aussagen des Planers und Ergebnissen der Ausschreibungen sowie wechselnde Meinungen einiger Kommunalpolitiker von Kunstrasen über Hybridrasen bis hin zu Naturrasen.

Im Beschlussvorschlag heißt es, dass der neue Kunstrasen „vorrangig dem VfR Evesen“ zur Verfügung steht. Bei „freien Kapazitäten“ könnten dann von vereinslosen Personen und Sportlern anderer Vereine der Platz genutzt werden. „Die Zukunft gehört den Kunstrasenplätzen“, hatte Dieter Everding Maik Beermann zitiert. Der CDU-Bundestagsabgeordnete soll diese Aussage kürzlich während einer Besichtigung der Plätze in Evesen gemacht haben.

„Unsere CDU-Fraktion vermisst eine Zusammenarbeit der Fußballspielenden Vereine VfL Bückeburg, VfR Evesen und FC Hevesen sowie ein Nutzungskonzept, bei dem alle zufrieden sind“, meinte Dieter Wilharm-Lohmann (CDU). Er könne sich nicht vorstellen, „mehrere Kunstrasenplätze in Bückeburg zu bauen und habe die „Konkurrenz unter den Vereinen“ unterschätzt. „Mittelfristig kann sich die CDU einen Kunstrasen an zentraler Stelle vorstellen“, so Wilharm-Lohmann.

Willi Klusmeier (Grüne) erinnerte daran, dass die Grünen einen Kunstrasenplatz wegen der von 460.000 auf 648.000 Euro steigenden Kosten abgelehnt hätte. Er bezweifelte Aussagen der Stadt, dass die Pflegeaufwendungen bei einem Kunstrasenplatz nach 20 Jahren günstiger seien. „Der Bau eines Naturrasenplatzes ist günstiger“, ist Klusmeier überzeugt.

Zudem müssten die Benutzungszeiten von der Stadt, nicht vom VfR geregelt werden. „Ich weiß, was bei der Vergabe der Hallenzeiten los ist“, stimmte Wilharm-Lohmann ihm zu. Der VfR brauche keinen Platz, auf dem man „rund um die Uhr“ spielen kann. „Demnächst fordern der VfL und der FC Hevesen auch einen Kunstrasenplatz für etwa 750.000 bis 800.000 Euro – das ist auch zu verstehen; ein zentraler Platz ist wesentlich günstiger“, so Klusmeier. „Ein Kunstrasenplatz für alle Vereine in Bückeburg“, bestätigte Heike Donath (CDU).

Während der hitzigen Diskussion wurde deutlich, dass man dem VfR keine faire Zusammenarbeit mit den anderen Vereinen zutraut, zumal der Verein als Bauherr nicht nur 10 Prozent der Baukosten, sondern zusätzlich ein Darlehen in Höhe von 100.000 Euro einbringen wollte, das, so Bürgermeister Brombach, auf jeden Fall zurückzuzahlen sei.

„Es geht hier um die Macht, ihr wollt den VfR Evesen bestrafen, weil der VfL eine andere Meinung hat“, meinte Reinhard Luhmann (SPD). Es gäbe Menschen im Rat, die für einen Kunstrasenplatz sind, „aber nicht in Evesen“. Luhmann sprach von „Machenschaften“ und forderte „Gerechtigkeit“. Die SPD Bückeburg halte einen Kunstrasenplatz für richtig, „er ist für die Steuerzahler das Beste.“

„Solange die Vereine sich nicht auf einen Platz und eine gemeinsame Nutzung ändern können, gibt es keine Zustimmung“, so Ratsherr Raimund Leonhard (BfB). Joachim Klöpper vom Forum Bückeburger Sportvereine ist überzeugt, dass der Bau dieser Sportstätte in Evesen Begehrlichkeiten beim VfL und beim FC Hevesen weckt. „Beide Vereine werden keine Sportler Richtung Evesen senden – VfL und FCH werden eigene Anträge stellen“, so Klöpper.

Foto 1: Reinhard Luhmann (stehend): „Die SPD hält einen Kunstrasenplatz für richtig!“

Foto 2: Willi Klusmeier: „Der Bau eines Naturrasenplatzes ist günstiger!“

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