Homeoffice kann die psychische Gesundheit beeinträchtigen

Viele Angestellte träumen schon seit Jahren von der Arbeit im Homeoffice. Dank der Möglichkeiten des Internets ist das technisch kein Problem mehr. Aber Personalverantwortliche haben sich lange Zeit dagegengestemmt. Sie befürchteten einen Rückgang der Arbeitsleistung und einen Kontrollverlust.

Die Ereignisse des vergangenen Jahres haben jetzt Tatsachen geschaffen. Zeitweise arbeiteten laut dieser Umfrage 27 % aller Beschäftigten in Deutschland im Homeoffice. Und viele Angestellte werden auch in Zukunft zumindest teilweise von zuhause aus arbeiten. Zunächst war das auch ein Grund zur Freude. Denn die Heimarbeit ermöglichte ihnen, länger auszuschlafen, ersparte ihnen den täglichen Berufsverkehr und machte den Alltag deutlich flexibler.

Es zeigte sich aber auch schnell, dass nicht alles im Homeoffice rosig ist. Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass eine Maßnahme, die dem Schutz der Gesundheit dienen sollte, schnell selbst zur Belastung wurde. Denn unter den fehlenden menschlichen Kontakten leidet die Psyche.

Nachteile der Arbeit im Home Office:

Dafür gibt es mehrere Gründe. Zum einen kann die Arbeit im Homeoffice zu mehr Stress führen. Das ist dann der Fall, wenn dadurch die Kommunikation gestört wird. Fehlende oder mangelhafte Absprachen führen zu Problemen, die teilweise erhebliche Mehrarbeit nötig machen. Lange Videokonferenzen haben sich zudem als äußerst energieraubend erwiesen. Beide Faktoren stellen eine Belastung dar, die nicht nur Mitarbeiter im Homeoffice, sondern auch ihre Kollegen im Büro betrifft.

Ein weiterer Grund ist das Fehlen zwischenmenschlicher Kontakte. Schnell hat sich herausgestellt, dass sich persönliche Begegnungen nicht einfach durch Zoom-Meetings und Emails ersetzen lassen. Auf die Dauer kann das Einsamkeit führen. Die ist nicht nur unangenehm, sondern schadet massiv der Gesundheit. Studien zeigen, dass Einsamkeit die Lebenserwartung genauso stark reduziert wie Rauchen oder Fettleibigkeit. Sie verstärkt auch die Belastung durch Stress, da in schwierigen Situationen die Unterstützung durch ein soziales Netz besonders wichtig ist.

Schließlich macht auch das Verwischen der Grenze zwischen Arbeit und Privatleben vielen Menschen zu schaffen. Das kann nicht nur zu unfreiwilligen Überstunden führen. Es macht es auch schwierig, abends abzuschalten und sich zu erholen.

Das kann man dagegen tun:

Glücklicherweise gibt es auch Möglichkeiten, die Belastung durch das Homeoffice zu reduzieren. Dazu gehört auf Firmenseite die Entwicklung von Arbeitsabläufen, die auch bei virtueller Kommunikation gut funktionieren. Auch Schulungen und spezielle Hilfsangebote für Angestellte können sinnvoll sein.

Der Großteil dieser Aufgabe fällt aber den Arbeitnehmern selbst zu. Besonders wichtig ist eine klare Trennung zwischen der Arbeit und dem Privatleben. Jeder hat einmal eine anstrengende Woche, und das ist zunächst nicht weiter schlimm. Aber spätestens am Freitagabend ist es wichtig, komplett abzuschalten und sich mit echter Freizeit zu belohnen (weiterlesen für einige Vorschläge).

Außerdem ist es notwendig, den Mangel an menschlichen Kontakten durch ein aktives Sozialleben im Privaten auszugleichen. Immerhin bleibt hierzu mehr Zeit, wenn der Arbeitsweg wegfällt. Dennoch kann es schwierig sein, abends noch die Energie für ein Treffen mit Freunden zu finden. Manchmal ist es daher nötig, sich am Riemen zu reißen und Verabredungen zu treffen.

Weitere Maßnahmen, die die Belastung durch das Homeoffice verringern können, sind regelmäßige Bildschirmpausen, eine angepasste Arbeitsweise sowie eine gesunde Ernährung. Wer sich trotz all dem überfordert fühlt, sollte sich nicht scheuen, Hilfe zu suchen.

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