Grundwasserbildung nimmt ab
„Wasserqualität in der Samtgemeinde relativ gut“

Samtgemeinde Nienstädt (mm-27.09.23). Jörn Wittkugel, Vorsitzender des Werksausschusses, hatte Matthias Dornbusch von der Unteren Wasserbehörde des Landkreises Schaumburg zur jüngsten Sitzung am Montag eingeladen, um über die Wasserversorgung in der Samtgemeinde Nienstädt zu berichten.

Für einen Brunnen in Sülbeck, so Dornbusch, habe die Samtgemeinde Nienstädt eine unbefristete Erlaubnis, bis zu 69.000 Kubikmeter im Jahr zu entnehmen. Diese Menge sei aber seit Jahren nicht ausgenutzt worden. Die geförderte Menge habe im Jahr 2017 noch 48.000 Kubikmeter betragen und sei im Jahr 2022 weiter auf 38.000 Kubikmeter Wasser gesunken. Aus Sülbeck werde nur 10 Prozent der für die Versorgung der Bevölkerung benötigten Wassermenge entnommen; 90 Prozent sei Fremdwasser. „Es ist unsere Aufgabe, gemeinsam mit dem Gesundheitsamt die Anlagen zu überwachen“, so Dornbusch.

Laut Dornbusch gilt seit 2017 bundesweit der Trend, dass die Grundwasserbildung abnimmt. Die Jahresniederschlagsmenge nimmt seit zehn Jahren kontinuierlich ab, die Verdunstung ist gestiegen, so dass sich der sinkende Grundwasserstand nicht mehr regeneriert. Dornbusch erinnerte an die Probleme in Lauenau mit der Wasserversorgung im Jahr 2018. „Im Bereich Sülbeck ist die Qualität des Wassers relativ gut, hier gibt es keine Nitratprobleme“, erläuterte Dornbusch. Die Entnahmen in Sülbeck würden wieder zugeführt.

Der Leiter des Amtes für Kreisstraßen, Wasser- und Abfallwirtschaft berichtete über das Wassermengenmanagement-Konzept des Landkreises Schaumburg. Es soll innerhalb eines Jahres eine Bestandsanalyse erstellt, die Situation vor Ort ermittelt werden, ein Austausch über Probleme geführt und untersucht werden, wie die Wasserversorger aufgestellt sind. Es soll eine Prognose über den Trend für die Jahre 2030 und 2050 abgegeben werden. Einfluss haben nach den Worten von Dornbusch u.a. die gewerbliche Nutzung, die Landwirtschaft und die Bevölkerungsentwicklung. Bis 2025 sollen Ergebnisse auf dem Tisch liegen.

Beispielhaft verwies Dornbusch auf die Landesgartenschau im Sommer 2026 in Bad Nenndorf. „Die Besucher wollen und sollen Blumen, blühendes Leben sehen, dazu braucht man Wasser – aber woher? Soll Trinkwasser genutzt werden oder gibt es andere Möglichkeiten?“ Es stelle sich auch die Frage, ob Gewerbebetriebe auf Dauer versorgt werden können.

„Was kann man tun, um die Bürger zu sensibilisieren?“, wollte Jörn Wittkugel wissen. Man könne, antwortete Dornbusch, „nicht alles auf die Privatpersonen abdrücken“. Eingriffe in die Privatsphäre seien schwierig. „Man kann einen bestimmten Verbrauch in Liter nicht vorschreiben“, weiß Dornbusch.

Trinkwasser sei ein Lebensmittel, das zur Beseitigung von Fäkalien genutzt wird. Es gäbe Allgemeinverfügungen, das Rasensprengen mit Wasser in bestimmten Tageszeiten zu reduzieren. „Wer soll das überwachen?“ Der Referent glaubt nicht, „dass staatliche Regelungen uns weiterbringen“. Besser sei es, freiwillig Wasser zu sparen. Die Gemeinden könnten in Neubaugebieten den Bau von Zisternen vorsehen, allein zum Gießen von Blumen und Bäumen.

 

 

 

 

 

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