Erhöhung der Gaspreise um etwa 53 Prozent
Stadtwerke im Vergleich günstiger als viele Energieversorger

Bückeburg (mm-09.09.22). Zum 1. November passen die Stadtwerke Schaumburg-Lippe die Preise für Erdgas und Wärme an. Das kündigten während einer Presskonferenz am Donnerstag Stadtwerke-Geschäftsführer Dirk Rabeneck, Oliver Theiß, Vorsitzender des Aufsichtsrates, und Axel Wohlgemuth, Vorsitzender der Gesellschafterversammlung, an. Ursachen sind neue gesetzliche Regelungen sowie die anhaltenden Preissteigerungen an den Gasmärkten. Die letzte Preiserhöhung erfolgte zum 1. Januar 2022.

Für die Umlagen und die gestiegenen Beschaffungskosten erhöhen sich die Arbeitspreise in der Grundversorgung zum 1. November 2022 um 4,8 Ct/kWh netto. Ein Kunde mit einem Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden im Jahr zahlt dann einen Arbeitspreis in Höhe von 11,15 Cent/kWh netto bzw. 13,27 Ct/kWh brutto. Die Grundpreise bleiben unverändert.

Wenn es zu der von der Bundesregierung angekündigten Senkung der Mehrwertsteuer von 19 auf 7 Prozent kommt, entstehen einem Kunden mit einem Erdgasverbrauch von 20.000 kWh im Jahr Mehrkosten von rund 863 Euro (+ 53 Prozent). Zurzeit zahlt der Durchschnittskunde rund 1.625 Euro, zukünftig 2.488 Euro im Jahr. Ein Großteil dieser Mehrkosten ist auf die neu eingeführten bzw. erhöhten gesetzlichen Umlagen zurückzuführen.

Bereits zum 1. Oktober führt der Gesetzgeber bundesweit eine neue Gasbeschaffungsumlage in Höhe von 2,419 Cent netto je Kilowattstunde ein. Ziel der Bundesregierung, so Rabeneck, sei die Sicherung der Versorgung mit Erdgas vor dem Hintergrund der reduzierten bzw. eingestellten Lieferungen aus Russland. Mit der Gasspeicherumlage in Höhe von 0,059 Cent netto je Kilowattstunde wird ebenfalls zum 1. Oktober 2022 eine weitere Umlage eingeführt. Zusätzlich wurde die bereits bestehende sogenannte „Bilanzierungsumlage“ um 0,57 Cent/kWh netto erhöht.

„Durch eine vorausschauende Beschaffungsstrategie ist es den Stadtwerken Schaumburg-Lippe gelungen, zwar diese Preissteigerung für ihre Kunden zu dämpfen, aber nicht gänzlich zu vermeiden“, berichtet Wohlgemuth. Auf Nachfrage erläuterte Dirk Rabeneck, „dass wir große Energiemengen für den Bedarf unserer Stammkunden im Jahr 2023 bereits in 2019/2020 eingekauft haben, um faire Preise bieten zu können.“

Die Wettbewerbsbetrachtung in den Vergleichsportalen zeigt, dass die Stadtwerke Schaumburg-Lippe dank dieser vorausschauenden Einkaufsstrategie deutlich günstiger als viele andere Energieversorger bleiben. „Die oben genannten gesetzlichen Umlagen werden künftig alle drei Monate angepasst, so dass wir alle drei Monate neue Gaspreise bekommen“, kündigt der Geschäftsführer an.

Damit die Kunden keine hohen Nachzahlungen im Februar zu befürchten haben und von der Jahresrechnung überrascht werden, passen die Stadtwerke die Abschlagszahlungen zum November automatisch an. Da es sich um Abschlagzahlungen für die ersten Monate der beginnenden Heizperiode handelt, werden diese deutlich angehoben! Die Stadtwerke werden ihre Kunden dazu bald mit einem Schreiben informieren.

„Die Stadtwerke Schaumburg-Lippe sind sich bewusst, dass die Erhöhung der Gaspreise die betroffenen Haushalte stark belastet“, so Rabeneck und appelliert an die Kunden, die sich sorgen ihre Zahlungsverpflichtungen nicht erfüllen zu können, sich rechtzeitig mit den Stadtwerken in Verbindung zu setzen, „um gemeinsame Lösungen zu suchen.“

Eine erfreuliche Botschaft gibt es für die Stromkunden der Stadtwerke Schaumburg-Lippe. Bei den Strompreisen erfolgt im laufenden Jahr wegen des Wegfalls der EEG-Umlage keine Erhöhung. Allerdings ist davon perspektivisch auszugehen, dass zum Januar 2023 erneute Preisanpassungen für Strom und Gas erforderlich sein werden.

Foto: Haben die Preisanpassungen für Gas bekanntgegeben: Oliver Theis (v.li.), Dirk Rabeneck und Axel Wohlgemuth

 

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