Der Fußballjargon in anderen Sportarten

Fußball ist die Königsdisziplin Deutschlands. Lokale Vereine wie der VfL Bückeburg werden mit gleicher Begeisterung unterstützt, wie erfolgreiche Teams aus der ersten und zweiten Liga. Deshalb ist der Fußballjargon für viele Menschen ein bekanntes Terrain. Einzelne Begriffe sind allerdings auch aus anderen Disziplinen bekannt. Während manche Beispiele eine ähnliche Situation wie auf dem Fußballfeld beschreiben, sorgen andere Begriffe hin und wieder für Verwirrung. Hier folgt nun die Aufklärung von ein paar spannenden Exemplaren. 

 

Abstauber

 

Der Abstauber sorgt in jedem Fußballstadion für spannungsgeladene Momente vor dem Torfall. Der Begriff beschreibt eine Angriffssituation, bei dem ein Tor fällt, nachdem es bereits davor einen Torversuch gegeben hatte. Häufig nutzt der Angreifer seine Chance, während der Keeper nach seiner Parade noch auf dem Boden liegt. Der bekannteste deutsche Spieler mit diesen Qualitäten war Gerd Müller, der nie lange zögerte, wenn er seine Chance witterte. Auch das Doppelspiel im Tennis nutzt diesen Begriff. Hier versucht der Spieler am Netz bei passenden Gelegenheiten einzuschreiten und mit einem Volley zu punkten. Wie beim Fußball agiert der Tennisspieler als Chancenverwerter. Pete Sampras oder Roger Federer gehören zu den besten Volleyspielern im Tennissport. 

Foul 

 

Der Begriff Foul existiert in vielen Sportarten und steht für eine unangemessene oder unfaire Handlung eines Spielers gegenüber seines Rivalen, so auch im Fußball. Allerdings beziehen sich nicht alle Sportarten auf das regelwidrige Stoppen des Gegenspielers. Poker ist ein Beispiel dafür. Foul bedeutet in der langen Liste der Pokerfachbegriffe, dass die Hand aus irgendwelchen Gründen nicht spielbar ist. Ein Spieler mit einer solchen Hand hat keinen Anspruch auf den Pot. Beim Pool Billard betreffen die Foulregelungen das regelwidrige Treffen der weißen Kugel oder die fehlerhafte Ausführung eines Stoßes. Der Regelverstoß wird mit Minuspunkten bestraft. Beim Volleyball bedeutet Foulspiel dagegen die Anspielung des Balles auf eine unerlaubte Art und Weise und bringt Punktgewinn für die Gegnermannschaft.

Schwalbe 

 

Eine Schwalbe im Fußball ist der Täuschungsversuch eines Spielers während eines Zweikampfes. Er lässt sich absichtlich fallen, um einen Frei- oder Strafstoß vom Schiedsrichter zugesprochen zu bekommen oder um den Gegenspieler zu provozieren. Fußballer, die oft diese Taktik anwenden, gelten als Schwalbenkönige und sorgen immer wieder für Diskussionen in Stadien und Fußballprogrammen. Diese regelwidrige Aktion im Fußball verwandelt sich in gymnastischen Sportarten für Teams und Paare wie Eiskunstlauf oder Voltigieren zu einer spektakulären Figur. Dabei trägt der stehende Athlet die Oberperson mit den Händen an den Hüften über seinem Kopf. Im Ringeturnen gehört die Schwalbe zu den Standardübungen. Hier drückt sich der Turner gestreckt horizontal in die Luft.

 

Dribbling 

 

Beim Dribbling im Fußball führt der Spieler den Ball möglichst dicht am Fuß und versucht mit Körperbewegungen den Gegenspieler zu täuschen, um vorbeilaufen zu können. Ein ähnliches Spiel mit dem Ball existiert auch in anderen Sportarten, auch wenn die Anwendung sich von Disziplin zu Disziplin unterscheidet. Beim Wasserball wird der Ball mit Stirn oder Nase geführt, während sich der Spieler mit Schwimmbewegungen fortbewegt. Beim Hockey spielt der Sportler den Ball mit dem Hockeyschläger hin und her. Handballer und Basketballer prellen den Ball wiederholt zu Boden, um Gegner auszuweichen. Gute Dribbler gehören generell zu den wertvollsten Mitgliedern einer Mannschaft. 

Libero 

 

Libero ist eine defensive Spielerposition im Fußball und Volleyball. Im internationalen Fußball kam die Position Mitte der 60er-Jahre in Mode und entspricht einem Spieler, der im Feld keinen direkten Gegenspieler hat. Der Libero ist flexibel und unterstützt nicht nur die Verteidigung, sondern kann sich auch in das Angriffsspiel einschalten. Die Position des freien Mannes wird in der deutschen Fußballgeschichte mit Franz Beckenbauer assoziiert. Es existiert sogar ein gleichnamiger Film, der 1973 veröffentlicht wurde und Franz Beckenbauers Fußballleben dokumentiert. Der Libero im Volleyball wurde 1999 eingeführt. Anders als im Fußball ist diese Position an zahlreichen Einschränkungen gebunden. Als spezialisierter Defensivspieler darf der Libero weder Aufschlag noch Block ausführen. Verboten ist auch der Einsatz vor dem Netz oder als Mannschaftsführer. Um die spezielle Stellung des Spielers zu unterstreichen, muss sich sein Trikot von anderen Spielern deutlich unterscheiden. 

Der Fußballjargon ist im deutschen Alltag allgegenwärtig. Sogar als Nicht-Fan kennt jeder die meisten Grundausdrücke der Königsdisziplin. Aufgrund der Dominanz des Fußballs in der Gesellschaft ist den Menschen jedoch oft nicht bewusst, dass gleiche Sportbegriffe in anderen Sportarten oft eine abweichende Bedeutung haben. Die oben genannten Exemplare zeigen deutlich diese Unterschiede und steigern das Interesse für das Sportgeschehen jenseits des Fußballs. 

Foto 1: https://get.pxhere.com/photo-807119.

Foto 2: https://get.pxhere.com/photo-1248126.

 

Kurz-URL: https://www.bueckeburg-lokal.de/?p=69001

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