„Die Hummel ist eine fleißige Wildbiene“
Vortrag bei den Stadtwerken Schaumburg-Lippe zum Thema „Bienen“

Bückeburg (sc-09.03.18). Die Stadtwerke Schaumburg-Lippe hatten zu einem Vortrag mit dem Thema „Bienen“ eingeladen. Und wie spannend und wichtig die Thematik ist, zeigte sich allein schon bei den Anmeldungen: Gleich zwei Termine mussten eingerichtet werden, aufgrund der hohen Nachfrage. Kein Wunder, ist das Thema „Bienensterben“ doch derzeit angesagt wie nie und wie wichtig die Bienen für uns Menschen sind, wurde in diesem Vortrag deutlich. Wenn keine Bienen mehr existieren, können viele Pflanzen sich nicht vermehren, es fehlen also lebensnotwendige Zutaten.

Wobei Biene nicht gleich Biene ist, wie die Referentin Ulrike Tubbe-Neubert von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen berichtete. Tatsächlich gibt es 585 (!) verschiedene Wildbienen, davon 360 Arten allein in Niedersachsen. Aktuell sind allerdings schon 40% bestandsgefährdet und 7% bereits ausgestorben. Wie fleißig die Bienen sind, zeigt sich auch daran, dass 80% der Wild- und Nutzpflanzen von Bienen bestäubt werden. Das sind in Euro gerechnet zwei Milliarden in Deutschland im Jahr für Honig und Bestäubung. Diese emsigen kleinen Helfer sind gut vernetzt, leben in einem Sozialverband und sind sehr aktiv und beschäftigt.

Neben der bekannten Honigbiene gibt es noch viele andere Bienenarten. Zu den Wildbienen gehören zum Beispiel auch die Hummeln. Und wenn Sie bislang dachten, dass die dicken Hummeln nur faul in der Gegend herumfliegen, dann lassen Sie sich sagen, dass gerade Hummeln bevorzugt als Bestäuber in der Landwirtschaft eingesetzt werden. Besonders die Obstanbauer verwenden gern Hummelvölker, denn sie leben als Staat, sind widerstandsfähig, fliegen zum Beispiel auch, wenn es noch recht kalt ist (wohingegen die kleine Honigbiene erst ab 12 Grad ihre Flügel ausbreitet und dann auch noch Wert auf Sonne legt), außerdem ist die Hummel allein schon durch ihre Größe mit einer höheren Bestäubungsleistung ausgezeichnet. Neben den Bienen kommen auch andere Bestäubungsarten zum Einsatz: Es gibt verschiedene Insekten, wie auch Schmetterlinge und Läuse, die Pflanzen bestäuben.

Zurück zur Biene. In einer Zeit, in der in der Landwirtschaft überwiegend einseitig gesät wird und wo Wegränder zubetoniert werden, ist es schwierig für die Insekten, Nahrung und Nistmöglichkeiten zu finden. Auch der heimische Garten soll ja eher mit dichtem Rasen oder sogar mit Kies und Steinen optisch eine Augenweide sein. Ulrike Tubbe-Neubert hatte aber für die interessierten Zuhörer viele Tipps und Ideen, um den eigenen Garten oder Balkon bienen- und insektenfreundlich zu gestalten.

Wichtig sind die Frühblüher, damit startet sozusagen das Gartenjahr. Dazu zählen zum Beispiel auch Primeln und Tulpen, überhaupt die Knollen, die jetzt gepflanzt werden können. Wichtig ist dabei, dass die Blumen flache offene Kelche haben. Durch neue Züchtungen sind die Blüten oftmals sehr dick und so geschlossen, dass die Biene gar keine Möglichkeit mehr hat, in den Kelch hineinzukommen. Von der Farbe her bleibt es Ihrem eigenen Geschmack überlassen, wobei Insekten GELB zu ihrer Lieblingsfarbe erkoren haben.

Als Grundsatz beim Boden gilt: Je magerer der Boden, desto blühreicher die Blumenwiese. Schön wäre also eine Blumenwiese als Rasenersatz. Der Rasen sollte lückig mit offenen Bodenstellen sein. Gern dürfen Gänseblümchen, Klee oder Löwenzahn darauf blühen. Auch ein vielfältiges Angebot im Gemüsebeet ist für die Bienen verlockend. Gut geeignet sind Beerensträucher, die zudem als Behausung für die Bienen dienen können und Ihnen darüber hinaus noch leckeres Obst bieten – also Ihnen und den Bienen. Sie werden überrascht sein, wenn Sie lesen, dass Wildbienen sehr pragmatisch sind, was ihre Nistplätze betrifft: Trockenmauern und Steinhaufen oder kleine sandige Stellen dienen ebenso als Unterschlupf wie auch offene Bodenstellen, tote Bäume, Hölzer und Beerensträucher. Auch leere Schneckenhäuser finden neue Mieter.

Besonders gefragte Pflanzenblüher bei den Bienen sind zum Beispiel Korbblütler, Schmetterlingsgewächse und Glockenblütergewächse. Natürlich sind auch Borretsch- und Weidegewächse und eine Vielzahl anderer Sorten geeignet, aber diese erstgenannten gehören zu den bevorzugten Blüten der heimischen Bienen. Eine Trinkstelle, wie ein Vogelbad oder ein kleiner Teich, sollte nicht fehlen. Dann sind Sie schon gute Gastgeber für die Bienen.

Wespen zählen übrigens nicht zu den Wildbienen, sie sind nicht unbedingt „good friends“ wie Tubbe-Neubert auf Nachfrage erklärte. Was wir uns schon gedacht haben, stimmt auch – die Wespe gehört nicht zu den Bestäubern und bringt eher Aufruhr ins Bienenvolk, sorgt also nicht nur bei den Menschen für schlechte Laune.

Sehr beliebt sind neuerdings Insektenhotels. Wobei man dort darauf achten sollte, dass sie nach wichtigen Kriterien gestaltet werden: keine scharfen oder ausgefranzten Kanten, sonst könnten sich die Bienen verletzen, Regenschutz ist ebenso wichtig, wie Hartholz statt Weichholz. Zapfen oder Heu sind absolut ungeeignet, ziehen sie doch Käfer an, die zu den Feinden der Bienen zählen. Lassen Sie sich also gut beraten oder informieren Sie sich, damit die Bienen auch wirklich zu den Gästen Ihres Hotels zählen. Reinigung der Gasträume übernehmen die Bienen übrigens selbst, Sie müssen also nicht mit dem Pfeiffenreiniger Hausputz betreiben.

Einjahrespflanzen im Garten sind sinnvoll und sehr gern genommen werden auch Apfelblüten. Dazu müssen Sie natürlich keinen großen Baum pflanzen, auch Zieräpfel sind sehr geeignet. Wenn Sie nun auf den Geschmack gekommen sind, können Sie sich zusätzlich noch im Internet unter www.bmel.de weitere Informationen anlesen. Dann steht der Rettung der Biene nichts mehr im Weg!

Foto 1: Ulrike Tubbe-Neubert zeigt auf einem Tuch eine Auswahl an Wildbienen.

Foto 2: Insektenhotels: Links ein „falsches“, aber in der Mitte und rechts: So können Insektenhotels aussehen.

Foto 3: Interessierte Zuhörer, die Ideen für einen bienenfreundlichen Garten suchen.

 

 

Kurz-URL: http://www.bueckeburg-lokal.de/?p=37845

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