In memoriam: Gerhard Uthe (1934–2020) – Unternehmer, Politiker, Pater Familias
(fwu – 1.12.25) Am heutigen Tage gedenken wir des vor fünf Jahren verstorbenen Gerhard Uthe — eines Mannes, der mit Fleiß, Verantwortung und Gemeinsinn den Ort Bückeburg und sein Umfeld geprägt hat.
Herkunft und Unternehmerlaufbahn
Gerhard Uthe wurde am 15. Juni 1934 in Osterwald im Landkreis Hameln‑Pyrmont geboren — seinem Heimatdorf, das er einmal als „schönstes Dorf Deutschlands“ pries.
1969 kam er im Auftrag einer Düsseldorfer Firma erstmals nach Bückeburg, um dort einen geeigneten Standort für eine Verlagerung zu finden. Seine erste Einschätzung lautete: „Richtig schön hier, fast wie in Osterwald …“ — und er fand, was er suchte.
Im Frühjahr 1975 wagte Uthe den Schritt in die Selbständigkeit: Am 1. September gründete er in seinem Haus am Grünen Weg die Firma „Uthe Dichtungs- und Beschichtungstechnik“ — mit erstem Büro und Lager. 1982 verlegte er den Betrieb in eine neu errichtete Halle in der „Kreuzbreite“. In den frühen 1990er Jahren beschäftigte seine Firma rund 40 Mitarbeiter — unter anderem war sie mit der sorgfältigen Abdichtung mehrerer Deponien beauftragt, darunter die Giftmülldeponie Münchehagen sowie Alt‑Deponien in Kolenfeld und Sachsenhagen. Arbeit, die Verantwortung für Umwelt und Gemeinwohl verband.
1996 verkaufte er das Unternehmen — blieb aber noch zwei Jahre als Geschäftsführer aktiv. An seinem 80. Geburtstag rückte er sich selbst in den Hintergrund und zog Bilanz: „Ich bin dankbar, in Bückeburg gelandet zu sein. Ich habe mich eingebracht – und es ist eine Freude, hier zu leben.“
Politisches und gesellschaftliches Engagement

Gerhard Uthe (l.) erhält 2016 von Albert Brüggemann eine Urkunde mit Ehrennadel für seine 67-jährige Mitgliedschaft in der SPD
Bereits mit 16 Jahren war Uthe Mitglied der SPD geworden — bewegt durch eine Rede des Unvergessenen Kurt Schumacher, die ihn tief beeindruckte: eine leidenschaftliche Forderung nach gerechter Entlohnung, gerade für Arbeiterfamilien.
Von 1981 bis 2001 gehörte er der SPD‑Fraktion im Stadtrat von Bückeburg an. Dort wirkte er im Bau- und Planungsausschuss sowie im Kulturausschuss mit. Nach seinem Ausscheiden ehrte man ihn als Ehrenratsherrn, zudem diente er zehn Jahre als Schiedsmann.
Gemeinsam mit anderen engagierten Bürgerinnen und Bürgern begleitete Uthe den Aufbau des „Haus des Kindes“ in der alten Lateinschule, engagierte sich bei der Gründung des Knatenser Rott (1970) und stand bis zuletzt der SPD in Stadtverband und Ortsverein zur Seite. Nicht zuletzt war er mit sein Ideengeber für diese Zeitung.
Mensch und Vermächtnis
Als Unternehmer war Uthe bodenständig und tatkräftig — „selbst auf der Leiter gestanden“, um Rathaus, Schule und Schlossgebäude zu imprägnieren. Als Politiker und Gemeindemensch verstand er es, Verantwortung zu übernehmen — nicht aus Ehrgeiz, sondern aus Pflichtgefühl und Heimatliebe. Wie man in klassischen Texten liest: „Ein treuer Wächter seiner Bürgerpflichten.“
Er hinterließ seine Ehefrau, zwei Kinder, fünf Enkel und zwei Urenkel — ein Lebenswerk, das in mehreren Generationen weiterwirkt. In einer Zeit, da die Begriffe „Heimat“, „Verantwortung“ und „Solidarität“ allzu oft hohle Schlagworte sind, erinnert uns Uthe an die Substanz dieser Werte.
So gedenken wir seiner heute — in Dankbarkeit und ehrendem Andenken. Wie der römische Dichter Horaz zu sagen pflegte: “Non omnis moriar.” Nicht ganz stirbt, wer im Dienste der Gemeinschaft stand — und dessen Werk weiterwirkt.
Kurz-URL: https://www.bueckeburg-lokal.de/?p=86286

















