Soziale Teilhabe stärken! Jan-Philipp Beck zu Besuch beim Projekt Probsthagen e.V.

(jpb – 21.1.26) Wie soziale Teilhabe gelingen kann und wo bestehende Rahmenbedingungen an ihre Grenzen stoßen, davon machte sich der heimische SPD-Landtagsabgeordnete Jan-Philipp Beck bei einem Besuch des Projekt Probsthagen e.V. in Stadthagen ein eigenes Bild.

Im Austausch mit der Geschäftsführerin Bianca Weihmann und dem Leiter der Sozialen Dienste Volker Gutzeit informierte sich Beck über die Arbeit der Einrichtung sowie über aktuelle fachliche und strukturelle Fragestellungen in der Eingliederungshilfe.

Das Projekt Probsthagen begleitet Menschen mit seelischen Herausforderungen auf ihrem Weg zu mehr Selbstbestimmung und gesellschaftlicher Teilhabe. Mit Angeboten der sozialen Assistenz, Arbeits- und Beschäftigungsprojekten sowie Tagesstätten und Begegnungsräumen leistet die Einrichtung einen wichtigen Beitrag zur sozialen Infrastruktur im Landkreis Schaumburg.

„Einrichtungen wie das Projekt Probsthagen zeigen sehr anschaulich, dass Teilhabe dort gelingt, wo Menschen individuell begleitet werden und verlässliche Beziehungen entstehen“, erklärte Jan-Philipp Beck. „Diese Arbeit ist unverzichtbar für den sozialen Zusammenhalt in unserer Region.“

Im Mittelpunkt der täglichen Arbeit stehen Inklusion, Empowerment und Lebensfreude. Gemeinsam wurde darüber gesprochen, wie Teilhabe weiter gestärkt, zugänglicher gestaltet und langfristig gesichert werden kann für Menschen jeden Alters und mit ganz unterschiedlichen Lebensgeschichten.

Neben der inhaltlichen Arbeit wurden auch strukturelle Rahmenbedingungen thematisiert. In besonderen Wohnformen der Eingliederungshilfe besteht bislang kein Anspruch auf einen regulären Pflegedienst. Häufig fehlt ein eigener Mietvertrag und damit ein anerkannter Hausstand. Gleichzeitig gelten in vielen Bereichen Anforderungen, die sich an Standards stationärer Pflegeeinrichtungen orientieren.

Geschäftsführerin Bianca Weihmann machte deutlich, welche Folgen dies für die Einrichtungen hat. „Wir übernehmen täglich große Verantwortung für die Menschen, die bei uns leben. Gleichzeitig bewegen wir uns in einem rechtlichen Rahmen, der dieser Verantwortung nicht immer gerecht wird. Verwaltungsvorschriften können zu Widersprüchen bei der Umsetzung des  Bundesteilhabegesetzes führen und bedürfen weiterer Klärung.“

Auch die psychiatrische Krisenversorgung war Thema des Austauschs. Volker Gutzeit schilderte die Situation aus der Praxis. „In akuten Krisen stoßen bestehende Strukturen schnell an ihre Grenzen. Die Zusammenarbeit mit der Burghofklinik und dem Sozialpsychiatrischen Dienst ist gut und konstruktiv. Dennoch gibt es insbesondere außerhalb der regulären Dienstzeiten Versorgungslücken, die für Betroffene wie Mitarbeitende sehr belastend sein können.“

Darüber hinaus wurden Fragen rund um das Niedersächsische Gesetz über Hilfen und Schutzmaßnahmen für Psychisch-Kranke (NPsychKG) sowie die Schnittstellen zwischen Eingliederungshilfe, Pflege und Krisenversorgung erörtert. In diesem Zusammenhang wurde betont, wie wichtig präventive Angebote, medizinische Versorgung, Einbeziehung von Angehörigen sowie Aufklärung und Teilhabe sind.

„Wenn wir soziale Teilhabe dauerhaft sichern wollen, müssen wir auch die strukturellen Voraussetzungen weiterentwickeln“, betonte Beck abschließend. „Die Erfahrungen aus der Praxis zeigen sehr deutlich, wo Anpassungen notwendig sind. Diese Impulse nehme ich mit in die weitere politische Arbeit.“

Zum Abschluss dankte der Landtagsabgeordnete dem gesamten Team vom Projekt Probsthagen für den offenen Austausch und den ehrlichen Einblick in die tägliche Praxis.

Kurz-URL: https://www.bueckeburg-lokal.de/?p=86557

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