„Zivilcourage ist erforderlich“
Gedenkfeier zum 20. Juli 1944

Bückeburg (mm-21.07.19). Während einer kleinen Gedenkfeier haben Bürgerinnen und Bürger am Samstagvormittag auf Einladung von Rat und Verwaltung an die Männer und Frauen des Widerstands gegen den Nationalsozialismus erinnert.

Der stellvertretende Bürgermeister Horst Schwarze und Oberstleutnant Christoph Hegele haben an der Freiherr-von-Plettenberg-Gedenktafel am Gebäude der „Hofapotheke“ stellvertretend für alle Opfer des deutschen Widerstands einen Kranz niedergelegt (Foto).

Der 20. Juli 1944 sei, so Schwarze in seiner Ansprache, ein Zeichen dafür gewesen, dass in Deutschland nicht alle einheitlich hinter dem NS-Regime gestanden haben. Es habe allerdings nicht von vornherein Widerstandskämpfer gegeben. Auch während des Krieges hätten noch viele Deutsche hinter dem Nazi-Regime gestanden und sich somit mitschuldig an den Verbrechen an Juden, Sinti und Roma, Homosexuellen und Behinderten gemacht.

Neben vielen Tätern, vielen Mitläufern und vielen Opfern habe es aber auch Menschen wie Claus Schenk Graf von Stauffenberg, Johannes Popitz, Ludwig Beck, Ulrich von Hassell, Carl-Hans Graf von Hardenberg und Fabian von Schlabrendorff gegeben, die sich gegen das Regime gestellt haben – ohne Rücksicht auf Beruf, Familie und das eigene Leben.

Horst Schwarze erinnerte daran, dass der in Bückeburg geborene Kurt Freiherr von Plettenberg 1937 auf eigenen Wunsch aus dem Reichsforstamt ausgeschieden ist, weil die politischen Vorgaben des NS-Regimes seiner Auffassung widersprachen. Er gehörte zum engeren Freundeskreis der oben genannten Männer des Widerstands und war an den Vorbereitungen für den Staatsstreich vom 20. Juli 1944 beteiligt.

Von Plettenberg hatte sich Anfang 1945 aus dem Fenster des dritten Stockwerks des Gestapo-Gefängnisses gestürzt, um nicht durch Folter zum Verrat an seinen Freunden gebracht zu werden. Man habe, so Schwarze, geglaubt, dass solch ein menschenverachtendes Gedankengut nie wieder Fuß in Deutschland fassen würde.

Mit NSU, Irak, Iran, Syrien und Afghanistan belehre uns die Geschichte aber eines Besseren. „Zivilcourage ist gefragt, das ist keine Angelegenheit der Vergangenheit“.

 

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