„Sinkende Verkehrsmenge, wenig bis keine Lärmbelästigung“
Neue Bürgerinitiative pro alte B65

Nienstädt (mm-10.04.19). „Wir wollen den Erhalt und die Verbesserung der Lebensqualität aller Bürger der Samtgemeinde, den Schutz von Natur- und Agrarflächen für kommende Generationen und somit die Streichung der Umgehungsstraße von der politischen Agenda erreichen“, umschrieben Mitglieder des Kooperationskreises der „Bürgerinitiative pro alte B65“ (BIPAB65) während einer Pressekonferenz ihre Ziele.

Die Bürgerinitiative, so ihr Sprecher Michael Neumann, sei entstanden aus der „BI Keine B65 neu durch Nienstädt“, die Arbeitsgruppe Büthe und Quandt und das SPD-Mitglied Uwe Goth. Neumann sprach von einem „Zusammenschluss, der stark macht“. Ihre Ziele will die BIPAB65 mit einer „faktenbasierten, lösungsorientierten, parteiübergreifenden, informativen“ Arbeitsweise realisieren.

Die Befürworter des Neubaus einer Umgehungsstraße weisen auf eine Verkehrsmenge von mehr als 20.000 Fahrzeugen pro Tag, eine Lärmbelästigung der Anwohner, eine verbesserte Verkehrssicherheit, insbesondere für die Schulkinder, sowie eine Aufhebung der Trennwirkung der Ortsdurchfahr hin. Mehrheitsbeschlüsse des Samtgemeinderates und des Gemeinderates Nienstädt liegen vor. „Sogar die Grünen haben zugestimmt“, wundert sich Kristin Kolbe-Schade. Goth kritisierte „seine SPD“, sprach von einem „politischen Denkmal“, das sich einige bauen wollen und nannte auf Nachfrage Nienstädts Bürgermeister Gerhard Widdel.

Die Argumente der Befürworter lässt die Bürgerinitiative nicht gelten. Die angenommenen Zahlen seien über 30 Jahre alt; es werde die Umsetzung eines Plans angestrebt, dessen Ursprung weiter als 40 Jahre zurückliegt. Innovationen, Mobilitätswende und Klimaschütz würden ignoriert. Es gäbe keinen Mehrwert einer Umgehungsstraße gegenüber der vorhandenen, gut funktionierenden Infrastruktur.

Der sogenannte Kooperationskreis der BIPAB65 zeigte sich im Pressegespräch überzeugt davon, „dass die Elektromobilität die Lärmemissionen bei Ortsgeschwindigkeit in den Bereich nahe Null reduzieren wird“. Zudem werde der „Verkehr weiter sinken und es weniger bis keine Lärmbelästigung“ geben. Es wird daran erinnert, dass es im Zeitraum von 2011 bis 2018 keinen Verkehrsunfall mit Schwerverletzten und keinen Unfall beim Überschreiten der Straße gegeben habe.

„Die kommt doch nie“, hätten viele Einwohner in Gesprächen über die geplante Umgehungsstraße geäußert. Fakt sei aber, so Neumann und Goth mit Hinweis auf eine Auskunft aus dem Bundesministerium für Verkehr und Infrastruktur, dass das Bauvorhaben vom Bund bewilligt und umgesetzt werde, sobald der Landesbehörde entsprechende personelle Ressourcen zur Verfügung stehen.

Dabei habe Herr Brockmann von der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr während einer öffentlichen Veranstaltung im Juli 2018 geäußert, „dass es bisher keine Berechnung gäbe, die eine Aussage darüber erlaubt, wie viel Entlastung die neue B 65 für die Ortsdurchfahrt tatsächlich bringen wird“. Vor Beginn der konkreten Planung, so Brockmann, müsse eine „neue fundierte“ Zählung gemacht werden.

Hinrich Gottschalk nennt mögliche Folgen eines Neubaus einer Umgehungsstraße: Wegfall von Umsätzen für Gewerbe an der alten B65 und somit Gefahr des Wegzugs, Steuergelder in Höhe von 20 bis 40 Millionen Euro für den Neubau sowie die Zerstörung des Landschaftsbildes der Samtgemeinde Nienstädt. Auch für die Instandhaltungskosten der alten B65 müssten mindestens 30.000 Euro pro Jahr ausgegeben werden.

Nach eigenen Angaben wird die Bürgerinitiative von rund 200 Mitgliedern unterstützt. Als Kooperationspartner habe man das Landvolk Weserbergland, den Naturschutzbund und die Jägerschaft gewinnen können. Auch mit dem Landschaftsschutz Schaumburg e.V. bestehe ein inhaltlicher Austausch.

„Wir verfolgen unser Ziel auf allen Wegen, die Demokratie, Rechtsstaat und Planungsverfahren ermöglichen, denn es ist ein wertvolles Ziel“, so Michael Neumann abschließend. Weitere Informationen gibt es unter www.bipab65.de und auf der Facebookseite https://www.facebook.com/bipab65.

Foto: Die acht Mitglieder des Kooperationskreises der BIPAB65

Kurz-URL: http://www.bueckeburg-lokal.de/?p=45507

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