„Mehrgenerationenhaus“ gestaltet Plattenkiste

Seggebruch/Hannover (mm-03.04.19). Viel zu erzählen gab es in der Sendung „Plattenkiste“ bei NDR 1 Niedersachsen. Am gestrigen Dienstag, 2. April, zwischen 12 und 13 Uhr, unterhielten sich Manuela Tarbiat-Wündsch, Ralph Spitzner und Winfried Fenske mit Moderator Michael Thürnau über das Mehrgenerationenhaus Bückeburg, das nun im Nienstädter Ortsteil Seggebruch gebaut wird.

Die 33 Wohnungen sind gleichmäßig aufgeteilt für sechs Familien, sechs Menschen mit Besonderheiten/Handicap, sechs Alleinerziehende, sechs Singles, sechs Senioren. Auch zwei Wohngemeinschaften sind geplant. Gerade mal neun Wohnungen für Familien und Alleinerziehende sind noch frei, erklärt Manuela Tarbiat-Wündsch, eine Warteliste gibt es auch schon. Der größte Teil ist geförderter sozialer Wohnungsbau.

Alle können sich an allem beteiligen, auch das ist ein Teil des großen Gemeinschaftsprojekts. So wird beispielsweise eine Tauschbörse für Nachbarschaftshilfe installiert. Clubraum, Multifunktionsraum – für viele Interessen wird gesorgt. Kooperationen gibt es mit dem Sportverein und anderen Vereinen. Man kann für sich bleiben oder an Kursen teilnehmen – das Angebot ist vielfältig. Bei allen Förderanträgen wurden sie unterstützt: Das Amt für regionale Landesentwicklung ist dabei, das Land Niedersachsen fördert ebenso wie die „Aktion Mensch“, die Gemeinde half mit dem Grundstück in Seggebruch. Alexander zu Schaumburg Lippe unterstützt das Mehrgenerationenhaus ebenfalls – er ist der Schirmherr. Der Bahnanschluss in Kirchhorsten ist nah. Für Manuela Tarbiat-Wündsch ist das Projekt etwas Besonderes: Ihr Sohn ist Autist – er wird dort einziehen und gab bei der Suche nach Wohnraum für sich auch den Anstoß.

Im Mai ist Spatenstich – einer der Mieter wird Ralph Spitzner sein. Der 65-Jährige ist im Ruhestand und lebt derzeit im eigenen Haus mit Grundstück. Da wird ihm aber die Arbeit zu viel, und so freut er sich schon auf den Einzug in die Mietwohnung in etwa 1 1/2 Jahren. „Man vereinsamt nicht“, sagt er und fühlt sich gerüstet – auch gegen Schicksalsschläge. Er arbeitet schon lange mit Manuela Tarbiat-Wündsch zusammen und engagiert sich gern für das Projekt.

Derzeit gewöhnt er sich jetzt schon daran, sich vom eigenen Heim zu trennen, doch er arbeitet gern mit, auch für die Gestaltung des Mehrgenerationenhauses. Außerdem kann man teilweise auch mitbestimmen, was die Ausstattung in den Wohnungen angeht: Badewanne oder Dusche mit altersgerechtem Einstieg, Fußbodenbeläge usw. Er will einiges im und mit dem bisherigen Haus verkaufen, möglicherweise braucht er auch neues Mobiliar für die anderen Abmessungen seiner künftigen Wohnung. Vor allem freut sich Ralph Spitzner aber auch auf die Werkstatt und das Atelier im Mehrgenerationenhaus, wo er sich künstlerisch einbringen möchte.

Vor sieben Jahren zog Winfried Fenske mit seiner Frau aus Bochum nach Schaumburg. Inzwischen fällt ihnen aber das Treppensteigen schwerer, und sie überlegten, eine ebenerdige Wohnung zu finden. Über den Sportverein erfuhren sie vom Mehrgenerationenhaus. Einmal im Monat treffen sich alle zu einer Sitzung, so weiß er genau, was alles geplant ist. Den ersten Spatenstich können sie kaum erwarten. Seine Frau ist in einer Trommelgruppe – sie wird mit ihrer Gruppe den Musikraum nutzen. Er selbst als Hobbykoch wird sich wohl im Bistro der Gemeinschaft einsetzen. Auch Gäste sind dann herzlich willkommen, um sich im Mehrgenerationenhaus umzuschauen, sagt er, und die Vorfreude ist ihm deutlich anzuhören.

Die Mieten sind „ganz normal“, versichert Manuela Tarbiat-Wündsch. Die Preise liegen zwischen 5,60 im sozial geförderten Wohnungsbau und 8 Euro/m² in den freien Mietwohnungen. Der Schirmherr erlaubt, dass auf seinem Gelände bei Veranstaltungen wie „Weihnachtszauber“ Spenden gesammelt werden. Diese Erlaubnis haben sie jetzt auch von der Familie von Schöning vom Rittergut Remeringhausen für das „British Weekend“ bekommen – auch sie wollen Schirmherr und Schirmherrin werden.

Dort wird es einen Stand des Mehrgenerationenhauses geben. Dies ist eine wichtige Einnahmequelle, denn das Haus steht ja noch nicht, und auch externe Investoren haben sie nicht. Im Moment wird alles ehrenamtlich gemacht – später sollen die Mieteinnahmen wieder in das Projekt zurück fließen, um es langfristig zu fördern. Sie hofft darauf, auch unter den Hörern Spender zu gewinnen. Möglicherweise gibt es auch eine Firma, die zum Beispiel den Clubraum ausstattet und nach der dann dieser Raum benannt wird, schlägt sie vor und ergänzt lächelnd: „Wir können Geld gebrauchen.“

Von Montag bis Freitag heißt es zwischen 12 und 13 Uhr bei NDR 1 Niedersachsen „Die Plattenkiste – Hörer machen ein Musikprogramm“. Die Sendung wird komplett von den Gästen gestaltet. In der Sendung können sich Vereine, Clubs, Organisationen vorstellen – egal ob Chor, Surfclub, Theater- oder Selbsthilfe-Gruppe. Informationen zur Bewerbung unter www.ndr1niedersachsen.de . Foto: pr

Foto: Michael Thürnau (v.li.), Manuela Tarbiat-Wündsch, Ralph Spitzner und Winfried Fenske

Kurz-URL: http://www.bueckeburg-lokal.de/?p=45372

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