Kunstbazar der AWO
„Werden die Rechte der Schwächsten weiter schützen“

Bückeburg (mm-05.11.18). „Ein Frauenhaus müsste überflüssig sein, aber solange an der Spitze der USA ein Mensch steht, dem Frauenrechte nicht so wichtig sind, werden wir weiterhin Kunstbazare zugunsten des Frauenhauses veranstalten müssen“, meinte Bürgermeister Reiner Brombach. Die Stadt Bückeburg werde die AWO und das Frauenhaus weiter unterstützen, um die Rechte der Schwächsten weiter zu schützen.

Heinz-Gerhard Schöttelndreier, der Vorsitzende des AWO-Kreisverbandes Schaumburg, konnte am Sonntagvormittag zur Eröffnung des 29. Kunstbazars der AWO zugunsten des Frauenhauses in der ehemaligen Landfrauenschule viele Gäste begrüßen, darunter auch namentlich Landrat Jörg Farr, Karsten Becker (MdL), die stellvertretende Landrätin Helma Hartmann-Grolm, die Bürgermeister Reiner Brombach (Bückeburg), Oliver Theis (Stadthagen) und Georg Hudalla (Samtgemeinde Rodenberg), zahlreiche Kreistagsabgeordnete sowie 24 ausstellende Künstlerinnen und Künstler und „Little Jazz“.

Schöttelndreier erinnerte an das Motto „kaufen und spenden“. Das Frauenhaus sei eine unverzichtbare Institution, über deren Finanzierung nicht mehr diskutiert wird. Landrat Jörg Farr sprach von einem Tag, um auf eine gesellschaftliche Realität aufmerksam zu machen. Seit der Eröffnung des Frauenhauses im Juli 1987 haben, so Farr, bis Ende des Jahres 2017 über 1.500 Frauen mit über 1.700 Kindern Schutz im Frauenhaus gefunden und Auswege aus der Not gefunden.

Das Thema Gewalt betrifft nach den Worten des Landrates keine einzelne Bevölkerungsschicht, sondern spielt sich auch in unserer Nachbarschaft ab. „Das Netzwerk muss gepflegt und inhaltliche Angebote ausgebaut werden – bei Bedarf auch finanziell“, so Farr. Er dankte den Mitarbeiterinnen des Frauenhauses für ihre anspruchsvolle und engagierte Arbeit.

Herbert Habenicht, Schulleiter der Berufsbildenden Schulen Rinteln, erinnerte daran, dass es beim Frauenhaus nicht ausschließlich um die Rettung von Frauen aus akuten Notsituationen geht, sondern auch die Kinder mit im Vordergrund stehen. Ohne den Einsatz der Mitarbeiterinnen, der oft über das normale Maß hinausgehe, ohne deren Empathie, ohne deren Glauben an das Gute im Menschen, wären, so der Schulleiter, „noch mehr Frauen einer männlichen Willkür ausgeliefert.“ Gemeinsam mit Heino Röwer, Fachpraxislehrer für Holztechnik, überreichte Habenicht den Mitarbeiterinnen des Frauenhauses Spielzeug und eine komplette „Kinderküche“ aus Holz, über einen Zeitraum von einem halben Jahr von den Tischlern in Ausbildung geplant, gezeichnet und auch gebaut.

„Es wird immer öfter in Deutschland für den Erhalt der christlich-abendländischen Kultur demonstriert“, meinte Gudrun Wolter, die Vorsitzende des Frauenhaus-Beirates. Anschließend erwähnte sie, kritisch-zweifelnd, die Kirchen, die sexuellen Missbrauch vertuschen, Manager in der Hochfinanz, die ohne eigenes Risiko das Geld anderer Leute verzocken und auch Fußballer, die sich vor dem Spiel bekreuzigen und ihr Geld in guten Händen verwahrt wissen, steuersicher auf irgendeiner Inselgruppe.

Dann gäbe es, so Wolter, aber auch Menschen, die sich ehrenamtlich in der Feuerwehr, in Vereinen und während der Flüchtlingskrise engagieren oder sich auch für einen sozialen Beruf entscheiden, in dem sie nicht reich werden können, aber eine gut ausgebildete, hoch motivierte Arbeit leisten wie die vier Mitarbeiterinnen des Frauenhauses. In Deutschland würden mehr Frauenhäuser gebraucht. „Im Landkreis Schaumburg wird viel für soziale Belange getan und ausgegeben, aber insgesamt fehlt es an einer starken Lobby“, so Wolter abschließend.

Foto 1: Heino Röwer (v.li.), Herbert Habenicht und Anja Stratmann überreichen als Geschenk der BBS Rinteln eine „Kinderküche“.

Foto 2: Heidemarie Hanauske, Geschäftsführerin AWO-Kreisverband, freut sich über einen rechteckigen Blumenstrauß von Reiner Brombach.

Foto 3: Heinz-Gerhard Schöttelndreier: „Das Frauenhaus ist eine unverzichtbare Institution“.

Foto 4: Schulleiter Herbert Habenicht hat eine Menge Spielzeug mitgebracht.

 

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