„Hochbelastete Situation an der B 65“
19.000 bis 20.000 Kraftfahrzeuge am Tag

Samtgemeinde Nienstädt (mm-17.04.19). Die Lärmkartierung in Nienstädt zeigt eine vergleichsweise „hochbelastete Situation im Zuge der B 65“. Die Gemeinde Nienstädt hat in verschiedenen Abschnitten der Ortsdurchfahrt der B 65 im Jahr 2018 Verkehrserhebungen durchführen lassen. Die werktags am 4. Dezember und am 6. Dezember 2018 ermittelten Verkehrsmengen liegen je nach Abschnitt zwischen etwa 21.000 bis 22.000 Kraftfahrzeugen am Tag; die über das Jahr ermittelte durchschnittliche tägliche Verkehrsstärke liegt demnach bei etwa 19.000 bis 20.000 Kfz/Tag.

Dies ist ein Ergebnis des Lärmaktionsplans mit Stand 12. März 2019, der von PGT Umwelt und Verkehr GmbH in Hannover erstellt wurde. Auftraggeber ist die Samtgemeinde Nienstädt gewesen. In einem Pressegespräch haben Samtgemeindebürgermeister Ditmar Köritz, seine Allgemeine Vertreterin Sandra Wiechmann und Gerhard Widdel, Bürgermeister der Gemeinde Nienstädt und Vorsitzender des Samtgemeinderates, das Gutachten vorgestellt und Fragen beantwortet. Vorab sind die Mitglieder des Samtgemeindeausschusses über die Ergebnisse informiert worden.

„Wir haben uns für PGT in Hannover entschieden, weil die Firma viel Erfahrung hat, bereits für Obernkirchen und größere Städte gearbeitet hat“, erläuterte Wiechmann. Im Rahmen der Analyse der Lärmbelastung wird festgestellt, dass die vom Gewerbeaufsichtsamt berücksichtigten Verkehrsmengen „die tatsächliche Situation teilweise nur ungenau abbilden“.

So hätten die Zählstellen außerorts gelegen, die Werte für alle Straßenabschnitte innerhalb der Ortsdurchfahrt der B 65 in Nienstädt daher „nicht realistisch“. So liegen die Anfang Dezember ermittelten Zahlen rund 6.000 bis 7.000 Kfz/Tag über den vom Gewerbeaufsichtsamt in der Lärmkartierung angesetzten Werten. „Die Lärmkartierung in Nienstädt zeigt eine vergleichsweise hochbelastete Situation in allen angewohnten Bereichen der B 65 mit Belastungen < 60 dB(A) nachts“, so die Bearbeiter des Gutachtens in einer Bewertung der Lärmsituation in Nienstädt. Da die tatsächlichen Verkehrsmengen hier deutlich höher liegen, sei auch von einer entsprechend höheren Lärmbelastung auszugehen.

PGT Umwelt und Verkehr GmbH zeigt auch Strategien und Potenziale zur Lärmminderung auf: Maßnahmen zur Förderung des Fuß- und Radverkehrs sowie des ÖPNV („Verkehrsvermeidung“); mittel- bis langfristige Verlagerung von Kfz- und Lkw-Schleichverkehr auf die Ortsumfahrung B 65 („Verkehrsverlagerung“); abschnittsweise Tempo 30 (innerorts) bzw. 50 km/h insbesondere nachts im Zuge der B 65 („Verringerung der Kfz-Fahrgeschwindigkeiten“); Maßnahmen zur Abstandsvergrößerung wie z.B. Radfahrstreifen, Schutzstreifen für Radfahrer bzw. ergänzende Parkstreifen („Vergrößerung des Abstands zur Fahrbahn“); prüfen von lärmmindernden Fahrbahnbelägen im Zuge von Sanierungsarbeiten.

Bekanntlich ist zur Entlastung der Ortsdurchfahrt der B 65 in Nienstädt eine Ortsumfahrung in Planung. Die Notwendigkeit wird auch damit begründet, dass das Verkehrsgeschehen zu 60 Prozent vom Durchgangsverkehr geprägt ist. So wird für Nienstädt eine „deutliche Verkehrsverlagerung durch den Bau der Ortsumgehung der B 65 erwartet.“

Da von einem „längerfristigen Realisierungshorizont“ auszugehen ist, wird im Gutachten die Umsetzung der oben genannten kurz- und mittelfristig wirksamen Maßnahmen zur „Verlangsamung, Verstetigung und Dämpfung des Verkehrs“ empfohlen. „Als mittel- bis langfristiges Ziel soll die Realisierung der Ortsumgehung B 65 weiterverfolgt werden“, so das Fazit von PGT.

Der Entwurf des Lärmaktionsplans liegt ab sofort bis einschließlich zum 27. Mai während der Öffnungszeiten in der Samtgemeindeverwaltung, Bahnhofstr. 7, Helpsen, öffentlich zur Einsicht aus. Anregungen und Bedenken können schriftlich mitgeteilt werden. In seiner nächsten Sitzung wird sich der Samtgemeinderat Nienstädt am 27. Juni mit dem Lärmaktionsplan beschäftigen.

„Wir werden die vorgeschlagenen Maßnahmen einfordern“, kündigt Ditmar Köritz an. „Ich bin 30 Jahre lang als Bürgermeister wiedergewählt worden, das sagt viel aus, da brauche ich keine Umgehungsstraße als Denkmal“, meinte Gerhard Widdel und reagierte damit auf Angriffe aus den Reihen der neuen BI Pro Alt B65. Verwundert ist er allerdings darüber, dass während einer Pressekonferenz BI-Mitstreiter Hinrich Gottschalk mit den überholten Zahlen gearbeitet habe, obwohl er von dem Lärmaktionsplan und den neuen Werten im Samtgemeindeausschuss zuvor erfahren hat. Weitere Infos zum Lärmaktionsplan gibt es unter https://www.sg-nienstaedt.de/index.php/gewerbe-wohnen/laermaktionsplan. 

Foto: Ditmar Köritz (v.re.), Sandra Wiechmann und Gerhard Widdel erläutern den Lärmaktionsplan.

 

 

Kurz-URL: http://www.bueckeburg-lokal.de/?p=45647

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