Für acht Minuten weniger Fahrzeit?
Panorama der Porta Westfalica wird sich radikal verändern

Bückeburg/Porta Westfalica (mm-05.07.18). Am kommenden Sonntag, 8. Juli 2018, wird das Kaiser-Wilhelm-Denkmal im Rahmen eines großen Festakts wiedereröffnet. Zu den besonders herausragenden Merkmalen dieser touristisch immer schon wichtigen, jetzt aber noch einmal enorm aufgewerteten Sehenswürdigkeit, zählt die Aussicht auf das Panorama des Weserdurchbruchs zwischen Weser- und Wiehengebirge sowie den gegenüberliegenden Jakobsberg.

Dieses einmalige Landschaftspanorama wird jedoch für immer zerstört werden, sollte der Plan des Bundesverkehrsministeriums für eine Neubautrasse der Bahn zwischen Bückeburg und Porta Westfalica mit einem Tunnel durch den Jakobsberg Wirklichkeit werden. Darauf weist Thomas Rippke, der Vorsitzende der Bürgerinitiative gegen den trassenfernen Ausbau der Bahn in Bückeburg/Minden/Porta Westfalica (BIGTAB), hin.

Denn auch wenn der genaue Verlauf der Trasse sowie des Tunnels bislang noch nicht festgelegt ist, so steht für die BIGTAB unzweifelhaft fest, dass die Neubautrasse nach Verlassen des Jakobsberg-Tunnels in Richtung Süden sowohl den Ortskern von Hausberge als auch die Bundesstraße 482 überqueren muss, um sich weiter südlich mit der westlich der Bundesstraße verlaufenden vorhandenen Bahnlinie zu vereinigen, und das auf eine Art und Weise, die die geplanten Zuggeschwindigkeiten von 230 Stundenkilometern ermöglicht.

Dies ist technisch nur realisierbar mit einem Brückenbauwerk von geradezu gigantischem Ausmaß, welches auf mindestens 15 Meter hohen Betonstelzen vom Austrittspunkt des Jakobsberg-Tunnels den Ortskern von Hausberge sowie die vorhandenen Straßenzüge überspannt und sich rund zwei Kilometer Richtung Süden hinzieht. Wie eine solche Konstruktion aussehen könnte, kann man sich sehr gut am Beispiel der Großbrückenbauwerke innerhalb der kürzlich eröffneten ICE-Schnellfahrstrecke Berlin-München verdeutlichen.

„Ein solches Bauwerk würde das gesamte Landschaftsbild der Porta Westfalica für immer radikal verändern und nicht nur der Ökologie und der Landwirtschaft, sondern auch und gerade dem Tourismus einen ungeheuren Schaden zufügen“, ist Rippke überzeugt. Die BIGTAB appelliert daher an alle Verantwortlichen aus Politik, Wirtschaft, Verwaltung und Fremdenverkehr, „alles in ihrer Macht stehende zu tun, um dieses Irrsinnsvorhaben des Bundesverkehrsministeriums zu verhindern und stattdessen den dringend benötigten und von allen politischen Kräften der Region sowie der gesamten Bevölkerung klar favorisierten Ausbau der vorhandenen Bahnstrecke Minden-Hannover endlich in Angriff zu nehmen.“

Der Ausbau der bestehenden Trasse vereint die Interessen von Bundesverkehrsministerium, Länder, Kommunen und Bürgern, den Engpass auf der bislang zweispurigen Strecke Hannover-Minden aufzulösen, durch die zusätzliche Gleiskapazität die Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit von Personenfernverkehr und Personennahverkehr zu steigern und mehr Güter von der Straße auf die Schiene zu verlagern. Zugleich würde der landschaftliche Status Quo der Porta Westfalica, so Rippke, völlig unangetastet bleiben, denn dort verläuft die bestehende Bahnlinie Minden-Bielefeld bereits vierspurig. „Die Porta Westfalica ist zu kostbar, um sie für acht Minuten Fahrzeitersparnis zu opfern!“ Foto: BIGTAB

 

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