Feuer und Fantasie
Spektakuläre Großveranstaltung mit Feuershow, Marktständen und mittelalterlicher Musik

Bückeburg (sc-08.07.18). Seit Jahren ist die Großveranstaltung auf der Mausoleumswiese und Umgebung ein Brennpunkt zwischen Anwohnern, Veranstaltern und Besuchern. Vielen Bückeburgern ist die Angelegenheit zu laut und sie stören sich an der teilweise erheblichen Belastung durch das Feuer und der entsprechenden Rauchentwicklung. Und nachvollziehen kann das nur jemand, der seit Jahren an den Veranstaltungstagen auf das Lüften verzichten muss oder abends genervt vom dumpfen Ton der Trommeln ist.

Grund genug für „Bückeburg Lokal“, sich selbst ein Bild von der Veranstaltung zu machen. Die Eintrittspreise sind – zugegeben – schon spektakulär: Ein Erwachsener und zwei Kinder über sechs Jahren zahlen für den Festivalsamstag 88 Taler. Der Sonntag ist Familien- und rentnerfreundlich, denn Kinder bis einschließlich 15 Jahren haben freien Eintritt, genauso wie Ältere ab 66 Jahren.

Der spannendere Tag ist aber sicherlich der Samstag. Gegen Abend kommen die vielen Feuerstellen erst zur Geltung und auch die Musik, die für viele ja im Vordergrund steht, bietet am Samstagabend ein umfangreiches Angebot. Die heimliche Hausband „Saltatio Mortis“ erinnerte mich musikalisch etwas an die „Toten Hosen“ und lockt ihre Fans jedes Jahr an. Aber auch Gruppen wie „Waldkauz“ oder „Feuerschwanz“ sorgten für ausdauerndes Handgeklapper vor der Bühne.

Mich zog es jedoch zu den Ritterspielen, die auf dem hinteren Teil der Mausoleumswiese stattfinden. Im Schein unzähliger Fackeln wurde ein Stück aufgeführt, in dem das Böse durch den Mut des Guten besiegt wird. Spektakuläre Reitkunstvorführungen und Pferde, die durch brennende Tore reiten, sorgten für atemlose Stimmung im Publikum. Wobei sich hier auch erklärt, woher der Rauchgeruch kommt, denn dunkle Wolken aus Rauchschwaden zogen über das Gelände.

Überhaupt ist Feuer eins der Dinge, die den Samstagabend auszeichneten: ob bei den Ritterspielen oder bei Tanzvorführungen, überall sorgte es für magische Momente und mystische Stimmung. Und es fanden sich immer Gruppen, die es sich auf Strohballen oder Fellen rund um das Feuer gemütlich machten.

Ich traf zwei Besucher, die in ihren Kostümen (besonders Horsti als „Obelix“) für Aufsehen sorgten. Und witzigerweise kommen beide aus Bückeburg, was schon einer Nadel im Heuhaufen gleicht, denn fast 90 Prozent der Besucher sind tatsächlich von außerhalb angereist. Die meisten davon stilecht in mittelalterlicher Kleidung gewandet oder in Fantasiekostümen, die an „Herr der Ringe“ oder vergleichbare Filme erinnern.

Was ist der Anreiz hierher zu kommen? „Obelix“ erzählte, dass es tatsächlich die Leute sind, die man hier treffen würde. Man kommt schnell ins Gespräch und es herrscht überall eine freundliche und fast schon familiäre Atmosphäre. Es ist ein Ausgleich zum Alltag und letztendlich kann man sich so darstellen, wie man möchte, eben auch als „Obelix“.

Rund um die Bühnen gibt es eine Vielzahl von Marktständen, an denen neben Essen und Trinken auch allerlei Mittelalterliches geboten wird: von den Kerzen über Edelsteine bis hin zu Gewandung und Schmuck und natürlich kindgerechtes Ritterspielzeug ist fast alles vertreten. Auch die Karussells für die Kleinen sind dem Thema angepasst und im Strohballenbällebad tobten unter dem Schein der Fackeln am Ende des Tages nicht nur die Kinder, sondern auch die Erwachsenen.

Viele Besucher sind Stammgäste und genießen bei den derzeitigen sommerlichen Temperaturen eine mittelalterliche Auszeit auf dem malerischen Gelände. Und so trifft man sich abends an den Feuerstellen vor den Zelten, sitzt auf den Fellen und trinkt einen Becher Met zusammen, während nebenan die Musik spielt.

Allen anderen Festivalbesuchern hat man einen großzügigen Campingbereich am Rande der Mausoleumswiesen eingerichtet und das erinnert tatsächlich an die typischen Musikfestivals, nur eben mit anderer Kleidung. Alles in allem eine schöne Veranstaltung, die es lohnt besucht zu werden.

 

 

 

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