„Wir wollen keine Direktbank sein“
Sparkasse Schaumburg wandelt neun Filialen zu SB-Geschäftsstellen um

Landkreis (mm-22.11.17). Die Sparkasse Schaumburg wird zum 1. Januar 2018 neun Filialen im Landkreis in ihrem Leistungsumfang anpassen und zu SB-Geschäftsstellen umwandeln. Der Verwaltungsrat hat kürzlich einen entsprechenden Beschluss gefasst. Es handelt sich um folgende Geschäftsstellen: Krankenhagen, Deckbergen, Apelern, Bad Nenndorf (Rodenberger Allee), Bückeburg (Lange Straße), Meinsen, Rolfshagen, Stadthagen (Nordsehler Straße und Seilerstraße).

„Der demographische Wandel, die technische Entwicklung, die Zunahme der Internet-Nutzung und EZB-Präsident Mario Draghi mit seiner anhaltenden Niedrigzinspolitik haben zu dieser Entscheidung geführt“, erläuterte Dipl. Sparkassenbetriebswirt Paul Knauthe, Leiter Vertriebsmanagement, im Gespräch mit Bückeburg-Lokal die Hintergründe. Die anhaltende Niedrigzinsphase wirke sich auf das Betriebsergebnis aus. Zudem würden die Servicedienstleistungen von den Kunden vor Ort immer weniger in Anspruch genommen. Regulierungen und ein „nicht mehr maßvoller Verbraucherschutz“ führen laut Knauthe zu immer komplexeren Prozessen in der Beratung; gesetzliche Informationsanforderungen erhöhen die Kosten.

Bei der letzten Umstrukturierung zum 1. Januar 2015 habe man den Verantwortlichen der Sparkasse Schaumburg „Schwarzmalerei“ vorgeworfen. Das Gegenteil sei richtig. Von 2004 bis 2014 sind in Deutschland insgesamt etwa tausend Filialen im Jahr geschlossen worden; von 2014 bis 2016 seien weitere 1.600 pro Jahr dazugekommen („der Trend hält an“).

Knauthe nennt Fakten, um die technische Entwicklung und ein verändertes Kundenverhalten darzulegen: Die bei der Sparkasse Schaumburg eingereichten Belege haben von 2010 bis 2016 um 35 Prozent abgenommen; die Zahl der Online Banking Teilnehmer betrug 2002 etwa 19.000 Kunden, lag 2014 schon bei etwa 47.000 und in 2016 bei knapp 51.000 Kunden. 2010 gab es rund 1.000 App-Nutzer in der Sparkasse Schaumburg, in 2016 bereits etwa 12.000.

Die Sparkasse habe es sich nicht einfach gemacht und eine Verbandsempfehlung als Anregung genommen, selbst 35 Kriterien zur Überprüfung der Geschäftsstellen auf ihre Akzeptanz und hinsichtlich notwendiger Anpassungen zu entwickeln. 11,8 Prozent der Kunden sind von der Umwandlung der Geschäftsstellen betroffen. Die betroffenen 21 Mitarbeiter wurden in andere Geschäftsstellen der Sparkasse übernommen. Die Kunden behalten weiterhin ihren zuständigen Berater im nächst erreichbaren Ort. Die Entfernung zur nächsten Geschäftsstelle beträgt durchschnittlich 2,8 Kilometer. Auch die Kontonummern bleiben unverändert.

Die SB-Geschäftsstellen sind grundsätzlich mit einem Geldautomaten und einem Kontoauszugsdrucker ausgestattet. „Die Versorgung mit Bargeld ist weiterhin vor Ort gewährleistet und auch kostenfrei“, betont Knauthe. „Wir wollen keine Direktbank sein, Überweisungen, Kontoauskünfte und vieles mehr können auch weiterhin über unseren leistungsstarken Kunden-Direkt-Service telefonisch abgewickelt werden“, erläutert der Leiter Vertriebsmanagement der Sparkasse Schaumburg.

Mit unverändert 35 Geschäftsstellen und SB-Geschäftsstellen hat die Sparkasse Schaumburg immer noch die meisten Geschäftsstellen im Landkreis und ist flächendeckend präsent. „Für die Zukunftsfähigkeit der Sparkasse Schaumburg ist dieser Beschluss von eminenter Bedeutung“, so Paul Knauthe abschließend.

Kurz-URL: http://www.bueckeburg-lokal.de/?p=35713

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