Gästeführung im Hubschraubermuseum
„Hubschrauberfliegen ist wie permanentes Anfahren am Berg“

Bückeburg (sc-10.10.17). Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Landsommer – Gästeführungen im Weserbergland“ hat Ingolf Masemann während eines fast dreistündigen sehr informativen Rundgangs durch das Hubschraubermuseum viel Wissenswertes vermittelt. Es gäbe zwar, so Masemann, viele Museen zum Thema Fliegen, aber Bückeburg sei tatsächlich weltweit das Einzige, das sich ausschließlich mit der Hubschrauberfliegerei beschäftigt.

So kämen sie hier oftmals auch an Exponate. „Wenn irgendwo etwas zum Thema Hubschrauber übrig ist, erst einmal nach Bückeburg“, schmunzelte er. 1903 gab es in den USA den ersten Menschenflug der Gebrüder Wright. Seit 150 bis 180 Jahren seien Tüftler und Bastler parallel zum Flugzeug damit beschäftigt gewesen, nach einem Fluggerät zu suchen, welches – ähnlich wie die Vögel – ohne lange Start- und Landebahn fliegen könne.

In der Zeit von 1914-1918 boomte die Hubschrauberentwicklung. Der Bremer Henrich Focke studierte in Hannover Flugzeugbau und fing nach dem ersten Weltkrieg zusammen mit dem Jagdflieger Georg Wulf an, Flugzeuge zu bauen. Die Nationalsozialisten drängten Focke später aus seinem eigenen Werk. Nach dem zweiten Weltkrieg begann er mit dem Kunstflieger Gerd Achgelis in einer alten Margarinefabrik in Delmenhorst, erneut Hubschrauber zu basteln. So entstand die „Focke 61“ als erster Hubschrauber.

Heute würde man die Hubschrauber in ihrer Art nicht mehr ändern, lediglich die Triebwerke würden überarbeitet. Außerdem werde alles von mechanisch auf elektrisch umgestellt, so dass man lediglich drei Knöpfe drücken müsse, um den Hubschrauber zu starten. „Bei der Lufthansa käme noch ein vierter Knopf hinzu“, so Masemann launig, „der sei für die Stewardess, wenn man Kaffee möchte“.

Im Hubschraubermuseum Bückeburg kann man die ersten Exponate der Hubschrauberfliegerei bestaunen. Ganz oben, in der Voliere, ist das erste Modell zu sehen. Dort findet man die Meilensteine der Hubschraubergeschichte. Geht man dann in den Anbau, erfährt man mehr über die Geschichte der Fliegerei. So ist anhand von Zeichnungen deutlich zu erkennen, dass die Menschheit stets den Traum vom Fliegen verfolgte und die Brüder Montgolfier mit ihrem ersten Ballonflug dem schon sehr nahe kamen. Anhand eines Modells, das Masemann mit seinem jungen Assistenten Nevio vorführte, erklärte er, wie es zum Fliegen kommt.

Im Anbau waren auch die unterschiedlichsten Hubschrauber ausgestellt, die besonders die Augen der anwesenden männlichen Besucher mehr als einmal zum Strahlen brachten. Ingolf Masemann berichtete, wie die dort ausgestellten Hubschrauber im Einsatz waren und machte Lust aufs Fliegen. In einige der Ausstellungsstücke durfte man selbst einsteigen und sich ein Bild machen, von der Technik und dem Komfort im Inneren der Hubschrauber. Der weiße Hubschrauber, der einst für die Vereinten Nationen im Einsatz war, hat vorn einen „Knubbel“. Masemann erläuterte, dass dort das Radar untergebracht sei. Denn die tödliche Gefahr für Hubschrauber seien Gewitter.

Aber auch „James Bond“ hätte Spaß an Hubschraubern, so steht der Kampfhubschrauber „Tiger“ zur Besichtigung im Museum und dieses Modell war bereits 1995 im Film „Golden Eye“ zu sehen. Die vielen Exponate und vor allem die spannende Geschichte der Hubschrauberentwicklung machen einen Besuch im Hubschraubermuseum Bückeburg lohnenswert.

Foto 1: Ingolf Masemann mit den Gästen in der „Voliere“

Foto 2: Die „Focke 61“ als erster Hubschrauber, gebaut von Henrich Focke

Foto 3: Ingolf Masemann und Assistent Nevio erläutern die Kunst des Fliegens.

Foto 4: Hubschrauber der Vereinten Nationen, vorn zu sehen der Radar im „Knubbel“

Foto 5: „Bitte einsteigen“ – hier werden Fliegerträume wahr.

Foto 6: James Bond war begeistert – der Kampfhubschrauber „Tiger“ hat Kinoerfahrung.

 

Kurz-URL: http://www.bueckeburg-lokal.de/?p=34908

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