Ein Zeichen für Toleranz und Vielfalt:
Kundgebung mit 250 Teilnehmern

DSC_0255Bückeburg (mm-26.01.15). Auf Einladung des Bückeburger Bündnisses für Familie hat am frühen Montagabend auf dem Marktplatz eine Kundgebung stattgefunden, an der trotz einzelner Regenschauer rund 250 Menschen teilgenommen haben. Das Bündnis, vertreten durch Anka Knechtel, Brigitte Einfalt-Spieß, Bernd Schierhorn und Stefan Reinecke, wendet sich gegen Menschenhass und religiösen Fanatismus und wollte ein Zeichen für Toleranz und Vielfalt setzen.

Deutschland habe sich, so Bürgermeister Reiner Brombach, in den 70 Jahren seit Ende des zweiten Weltkrieges zu einem Land entwickelt, das von Toleranz, Offenheit und einem gesunden Selbstbewusstsein geprägt wird. „Die Flüchtlinge aus den Kriegs- und Krisengebieten bringen eine in dieser Dimension neue Situation für uns alle“, so Brombach. Zahlreiche Menschen, unter anderen in Kirchen und Wohlfahrtsverbänden, hätten Aktivitäten entwickelt, diese Menschen in unserer Gesellschaft willkommen zu heißen.DSC_0252

Auf der anderen Seite würden viele Menschen von Ängsten geplagt und vertreten die Absicht, Deutschland sollte sich gegenüber den Flüchtlingen abschotten. „Wir haben die Verpflichtung, alles Menschenmögliche zu leisten, um das Leid hilfesuchender Menschen zu lindern“, betonte Brombach. Hass und Feindseligkeit seien ungeeignete Ratgeber für die bevorstehenden Aufgaben. „Dass sie unsere Sitten, Gesetze und Gefühle akzeptieren und respektieren, halte ich für eine grundlegende Voraussetzung einer gemeinsamen Zukunft“, so der Bürgermeister.

DSC_0257„Die diffusen Ängste vor einer ‚Islamisierung des Abendlandes‘ bereiten Sorgen“, meinte Dr. Wieland Kastning als Sprecher der christlichen Kirchen. Konkreter seien da schon die Ängste der hier lebenden Juden, Muslime und Menschen dunklerer Hautfarbe. Es sei ein Irrtum, dass der Islam in seinen religiösen Wurzeln gewaltsam ist.

Kastning warnte davor, alle Pegida-Leute als „rechts außen“ einzustufen. Es gebe keine Alternative zu gemeinsamen Gesprächen, um den meisten Pegida-Leuten die Ängste zu nehmen. Die Kundgebung sei ein Gesprächsangebot an diejenigen, die Angst vor einem offenen und bunten Bückeburg haben. „Muslimische Mitbürger und die Flüchtlinge, die bei uns leben, haben den Terror der IS und die Attentate in Paris nicht zu verantworten“, so Kastning. Er wisse, dass auch Wirtschaftsflüchtlinge nach Deutschland kommen. Seinerzeit seien Millionen Deutsche nach Nordamerika ausgewandert; 50 Millionen US-Amerikaner hätten deutsche Wurzeln. Dr. Wieland Kastning fordert eine „kritische Diskussion, in welchem Deutschland wir miteinander leben wollen.“DSC_0261

Mehmet Kelec sprach für die islamisch-türkische Gemeinde Bückeburg. Seine Rede wurde von Herrn Budk übersetzt. „Es verletzt unsere Herzen und Gemüter, wenn der Name unseres Schöpfers für Morde missbraucht wird“, so Kelec. Kein Individuum habe das Recht, über Leben und Tod der Mitmenschen zu entscheiden. Das Recht auf Meinungsfreiheit dürfe nicht zur Verunglimpfung anderer Menschen genutzt werden.

Für die musikalische Umrahmung der Kundgebung sorgte „Takt und Gefühl“ mit Imke Röder, Andrea Rauch und Jan-Peter Voß am Keyboard. Mit einem gemeinsam gesungenen „We shall overcome“ ging die Kundgebung zu Ende.

Foto 1: Kundgebung auf dem Marktplatz

Foto 2: Bürgermeister Reiner Brombach

Foto 3: Dr. Wieland Kastning

Foto 4: Mehmet Kelec

Kurz-URL: http://www.bueckeburg-lokal.de/?p=15244

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