30. Kunst-Bazar der AWO
Frauenhäuser werden auch in Zukunft gebraucht

Bückeburg (mm-09.11.19). Heinz-Gerhard Schöttelndreier, der Vorsitzende des AWO-Kreisverbandes Schaumburg, begrüßte zu Beginn des 30. Kunst-Bazars zugunsten des Schaumburger Frauenhauses in der Landfrauenschule die Gäste zu netten Gesprächen bei Kaffee und Kuchen. 24 Künstler/innen haben ihre Werke ausgestellt und zum Kauf angeboten.

„Die Sprache verroht, die Gesellschaft wird immer aggressiver, die Gewalt in den Familien nimmt zu – es besteht ein immer größerer Bedarf an den Leistungen des Frauenhauses“, so Schöttelndreier. Im Landkreis Schaumburg habe man frühzeitig diese Notwendigkeit erkannt.

Vor 20 Jahren habe man gedacht, so Landrat Jörg Farr, dass es eine Verbindung zwischen einer schlechten Wirtschaftslage und Gewalt in den Beziehungen geben würde. Heute liege die Arbeitslosigkeit in Deutschland unter 5 Prozent, dennoch sei es gesellschaftliche Realität, „dass immer mehr Menschen von Gewalt bedroht sind und beim Frauenhaus der AWO Beratung und Hilfe suchen“. Farr dankte dem Team der Mitarbeiterinnen im Frauenhaus für seine Arbeit über 365 Tage im Jahr.

„30 Jahre Kunstbazar der AWO in Bückeburg – eine Schande, dass es ein Frauenhaus geben muss“, meinte Bürgermeister Reiner Brombach. Aber es werde auch in Zukunft benötigt, „weil es Menschen in der Gesellschaft gibt, die es nötig machen, dass Frauen diese Institution in Anspruch nehmen“. Es seien heute Rechtsextremisten, so Brombach, von denen der Gesellschaft Gefahr droht, die nicht dumm seien, aber viele dumme Menschen animieren, ihnen zu folgen. „Es existieren Todeslisten, das macht betroffen – die Gesellschaft braucht Zivilcourage“.

Gudrun Wolter, Vorsitzende des Beirates Frauenhaus, dankte vielen Helfern und Unterstützern, dem Landkreis für die kostenlose Nutzung der Räumlichkeiten, den Künstlern, die 20 Prozent ihrer Erlöse dem Frauenhaus zur Verfügung stellen und dem Duo „Little Jazz“, das einmal mehr musikalisch für gute Stimmung sorgte.

Man habe sich, so Wolter, auf den Weg gemacht, eine geeignete Wohnung anzumieten, damit Platz im Frauenhaus frei wird und dort mehr Frauen aufgenommen werden können. „Wir sind ein reiches Land, aber haben Wohnungsnot“.

Wolter betonte, dass die Mitarbeiterinnen im Frauenhaus und in anderen sozialen Berufen für ihren Dienst am Menschen eine anspruchsvolle Ausbildung, Disziplin, Empathie und Geduld benötigen. „Sie sind die eigentlichen Stützen unserer Gesellschaft und haben eine bessere Bezahlung verdient.“

Lita Gooßen, Leiterin der BBS Rinteln, und Michael Hintz, Leiter der Werkstatt, haben in Fortsetzung einer jahrelangen Tradition ein Geschenk für das Frauenhaus mitgebracht. Dieses Mal ist es ein in der Werkstatt der Schule angefertigter Lkw aus Holz. „Es war für die Schüler motivierend, zehn Wochen lang etwas für andere Kinder zu tun, sie waren mit Herz und Hand dabei“, so Hintz.

Foto 1: Freude über das Geschenk der BBS Rinteln bei Heidemarie Hanauske (v.re.), Lita Gooßen, Gudrun Wolter und Michael Hintz

Foto 2: Heinz-Gerhard Schöttelndreier

Foto 3: Reiner Brombach

Foto 4: Gudrun Wolter

Kurz-URL: http://www.bueckeburg-lokal.de/?p=49737

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